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Kultur

"Mama Africa" ist tot

Die südafrikanische Sängerin und Bürgerrechtlerin Miriam Makeba ist tot. Die 78-jährige einstige Anti-Apartheid-Aktivistin verstarb in der Nacht zum Montag in einer Klinik in Süditalien an den Folgen eines Herzinfarktes.

Miriam Makeba bei einem Konzert (AP Photo/Silvia Vogt/file)

Miriam Makeba setzte sich ihr Leben lang gegen Rassendiskriminierung ein

Miriam Makeba wurde mit Liedern wie dem "Clicksong" oder dem Tanzlied "Pata Pata" weltberühmt und brachte afrikanische Musik zum ersten Mal auch dem Westen nahe. Die in ihrer Heimat auch "Mama Afrika" genannte Künstlerin setzte sich vehement gegen die frühere Apartheid- Politik ihres Heimatlandes Südafrika ein und stellte ihre Musik ihr Leben lang in den Dienst von Freiheit und Völkerverständigung.

Leben für die Musik

Miriam Makeba auf einem Konzert (KEYSTONE/ Georgios Kefalas)

Die Sängerin verbrachte 31 Jahre im Exil

Die am 4. März 1932 in Johannesburg geborene Sängerin stand schon als Schülerin im Chor in Pretoria, der offiziellen Hauptstadt Südafrikas, vor Publikum auf der Bühne. Nach der Schule begann Miriam Makeba ihre musikalische Laufbahn zunächst mit der Band "Cuban Brothers" und später mit den "Manhatten Brothers", mit denen sie in Clubs und Hotelbars sang.

1959 lud der Dokumentarfilmer Lionel Rogosin Makeba zu den Filmfestspielen nach Venedig ein, nachdem sie in dessen Anti-Apartheid-Film "Come Back Africa" zu sehen war. Durch das große Aufsehen, das sie dadurch erhielt, wurde ihr die Rückreise nach Südafrika verwehrt und 31 lange Jahre folgten, die die Künstlerin im Exil verbringen musste.

In dieser Zeit gelang ihr der internationale Durchbruch unter anderem durch die Hilfe durch Harry Belafonte, der so beigeistert von ihrer kraftvollen Stimme war, dass er sie in die USA zu Konzerten nach New York und Los Angeles holte.

Sieben Jahre nach Beginn ihres Exils landete sie mit dem Tanzlied "Pata Pata" schließlich ihren ersten Welthit. Im Laufe ihrer Karriere stand sie neben Harry Belafonte auch mit großen Jazzern wie Dizzy Gillespie und Nina Simone auf der Bühne und sang unter anderem auf dem 45. Geburtstag des US-Präsidenten John F. Kennedy.

Für die Freiheit ihres Heimatlandes

Portrait Nelson Mandela (AP Photo/Denis Farrell)

1990 bat Nelson Mandela Miriam Makeba nach 31 Jahren zurück in ihre Heimat

Abgesehen von ihrem künstlerischen Engagement, setzte sich Miriam Makeba vor allem für das Ende der Apartheid in Südafrika und die Durchsetzung von Bürgerrechten ein. 1963 sprach sie dazu erstmals vor den Vereinten Nationen und forderte den Boykott des südafrikanischen Apartheid- Regimes. Als sie 1968 den Black Power-Aktivisten und Bürgerrechtlers Stokely Carmichael heiratete, war es mit dem Wohlwollen der USA, ihrer Exilheimat, vorbei und sie musste das Land verlassen. Makeba zog nach Guinea, wo sie mit allen Ehren empfangen wurde, um von dort aus weiter gegen die Rassendiskriminierung zu kämpfen und Konzerte auf der ganzen Welt zu geben.

Makebas jahrzehntelanges Exil wurde erst beendet als Nelson Mandela sie 1990, nach dem Ende der Apartheid, bat, nach Südafrika zurückzukehren, wo sie fortan wieder in Johannesburg lebte. Erst 2005, im Alter von 73 Jahren, erklärte Miriam Makeba offiziell ihren Abschied von der Bühne und ging ein letztes Mal auf Welttournee. Dennoch trat sie auch weiterhin auf und arbeite zuletzt sogar nach Angaben ihres Managements an einem neuen Album.

Zusammenbruch auf der Bühne

Die Sängerin litt anscheinend schon längere Zeit unter schwerer Arthritis. Am Sonntag war ihr dann während eines Benefizkonzertes zugunsten des von der Mafia bedrohten Schriftstellers Roberto Saviano plötzlich schlecht geworden und erlitt einen Herzinfarkt, dessen Folgen sie später im Krankenhaus erlag.

Miriam Makeba erhielt für ihre Musik und ihr unermüdliches Engagement gegen die Rassendiskriminierung und für den Frieden zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter unter anderem den Grammy und die Otto-Hahn-Friedensmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.

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