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Reise

Mallorca vor Rekordsaison in Sorge

Mallorca steht vor einen Rekordansturm von Urlaubern. Darunter auch problematische Besucher aus Deutschland. Nach einem Eklat mit Neonazis in einem Klublokal machen sich nicht nur die Politiker Sorgen.

Nach dem Eklat versuchte die Polizei auf Mallorca die Wogen zu glätten. "Das ist nicht normal hier, das hat es zumindest in den vergangenen Jahren nie gegeben", sagte die zuständige Beamtin der Deutschen Presse-Agentur. Die Randale im Ballermann-Kultlokal "Bierkönig", bei der eine Gruppe von rund 15 Neonazis jüngst eine Reichskriegsflagge ausgerollt und "Ausländer raus" gerufen hatte, sei ein Einzelfall.

"Neonazi-Touristen gehören an der Playa zum Straßenbild", widerspricht Francisco Marín. Der Chef des Hotelierverbandes der Playa beklagte nach dem Zwischenfall, die Polizei gehe im Strandgebiet viel zu lasch gegen Störenfriede vor. Die Randalierer dürften sich am Ballermann viel mehr leisten als etwa in Palmas Innenstadt oder "auch im Wohnort in Deutschland".

Vor einem Rekordsommer - die Zahl der Passagiere auf dem Flughafen von Palma kletterte schon in den ersten fünf Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent auf 7,7 Millionen - macht sich nicht nur Marín Sorgen. Palmas Bürgermeister José Hila trat diese Woche vor die Presse und versprach: "Wir werden mit diesen unschönen Vorfällen Schluss machen."

Den Einheimischen droht der Kragen zu platzen. An Fassaden im Altstadtviertel Palmas waren 2016 erstmals Grafitti mit Aufschriften wie "Tourists go Home" und "Tourists you are the Terrorists" aufgetaucht. Auf Vorschlag einer Nachbarschaftsinitiative wird nun auch mit schwarzen Flaggen an Balkonen protestiert. Man müsse die Exzesse bekämpfen, "sonst wird es noch schlimmer", warnt Marín.

ak/at (dpa)