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Aktuell Afrika

Malis Übergangspräsident von Demonstranten verletzt

Mali kommt nicht zur Ruhe. Rund zwei Monate nach dem Militärputsch stürmten wütende Demonstranten das Büro des Übergangspräsidenten Traoré in der Hauptstadt und attackierten ihn. Traoré erlitt Verletzungen im Gesicht.

Demonstranten besetzen den Präsidentenpalast und fordern den Rücktritt Traorés (Foto: Reuters)

Demonstranten besetzen den Präsidentenpalast und fordern den Rücktritt Traorés

Zu dem Übergriff gegen den amtierenden Präsidenten kam es nach heftigen Protesten gegen ein Abkommen zur Verlängerung der Übergangsregierung in Mali. Aufgebrachte Demonstranten drangen in das Büro von Diouncounda Traoré unweit des derzeit leerstehenden Präsidentenpalasts und schlugen auf ihn ein, wie aus seinem Umfeld verlautete. Der 70-Jährige trug Blessuren im Gesicht und am Rücken davon. Bei einer Untersuchung im Krankenhaus seien aber "keine ernsthaften Verletzungen" festgestellt worden, sagte ein Arzt. Traoré wurde danach an einen sicheren unbekannten Ort gebracht.

Zuvor waren in der Hauptstadt Bamako tausende Menschen aus Protest gegen ein am Wochenende geschlossenes Abkommen auf die Straße gegangen. Die Vereinbarung zwischen Putschistenführer Amadou Sanogo und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) sieht eine Verlängerung der Übergangsphase unter Traoré auf zwölf Monate vor.

Protest gegen Privilegien für Sanogo?

Die Vereinbarung der ECOWAS berücksichtige die Menschen in Mali nicht und sei "verräterisch", sagte ein Sprecher des Komitees der Patriotischen Organisationen Malis (COPAM). Dieses hatte zu den Protesten aufgerufen. Viele Protestierende kritisierten zudem Sanogo scharf, der durch das Abkommen den Status als ehemaliger Staatschef erhält und damit zahlreiche Privilegien genießt, darunter den lebenslangen Bezug eines Ruhestandsgehaltes.

Malis Übergangspräsident Dioncounda Traoré (Foto: EPA)

Ziel eines Angriffs: Übergangspräsident Dioncounda Traoré

Frankreichs Präsident François Hollande verurteilte den Angriff auf Traoré und forderte, das Abkommen zu respektieren. Minister der westafrikanischen Staatengemeinschaft bezeichneten den Übergriff sogar als "zweiten Putsch" in Mali und sprachen von einer organisierten Kampagne. Beim Treffen der ECOWAS-Minister mit dem UN-Sicherheitsrat in Abidjan in der Elfenbeinküste wurde der Anführer der Putschisten vom 22. März, Amadou Sanogo, für den Angriffe auf Traoré verantwortlich gemacht. ECOWAS und Sicherheitsrat zeigten sich "höchst besorgt", Entscheidungen fielen in Abidjan aber nicht.

Ende März hatte das Militär in Mali Präsident Amadou Toumani Touré gestürzt und die Macht übernommen. Es wollte mit dem Putsch den Kampf gegen einen Aufstand der Tuareg im Norden des Landes vorantreiben. Unter dem Druck der Nachbarländer stimmten die Streitkräfte Anfang April der Machtübergabe an eine zivile Regierung zu. Der damalige Parlamentspräsident Traoré übernahm das Präsidentenamt.

kle/rb (afp, dpa, rtr, dapd)

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