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Afrika

Mali wartet auf das Wahlergebnis

Die Wahllokale haben geschlossen, die Stichwahl ist beendet. Nun läuft die Auszählung und die Malier sind gespannt, ob Ibrahim Boubacar Keïta oder Soumalia Cissé das Rennen um das Präsidentenamt gewinnen wird.

Rund 6,5 Millionen Malier wurden am Sonntag (11. 08.2013) ein zweites Mal an die Wahlurnen gebeten. Der erste Wahlgang liegt nur zwei Wochen zurück: die Präsidentschaftswahl 2013 hat jedoch keinen klaren Sieger hervorgebracht. Deshalb wurde eine Stichwahl zwischen dem ehemaligen Ministerpräsidenten Ibrahim Boubacar Keïta und Ex-Finanzminister Soumalia Cissé angesetzt. Keïta gilt als Favorit, da er im ersten Wahlgang rund 40 Prozent der Stimmen erlangte. Sein Kontrahent Cissé konnte nur knapp 19 Prozent der Wähler überzeugen.

"Ich hatte einen sehr positiven Eindruck, die Wahl ist ruhig und friedlich verlaufen", sagt Annette Lohmann, Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Malis Hauptstadt Bamako, im DW-Interview. Doch während beim ersten Wahlgang die Beteiligung landesweit bei knapp 50 Prozent lag, seien dieses Mal weniger Malier wählen gegangen, so Lohmann. Eine offizielle Zahl der Wahlbeteiligung wurde aber bisher nicht veröffentlicht.

Heftiger Regen behindert Urnengang

Anhänger von Soumaila Cissé (Foto: Katrin Gänsler/DW)

Die Anhänger von Soumaila Cissé freuten sich über den Einzug in die Stichwahl

Am Morgen der Wahl hatte es in vielen Regionen des Landes heftig geregnet, was in dem Wüstenstaat, der vor allem im Norden schlechte Straßen hat, den Gang zum Wahllokal deutlich erschwerte. Wer wählen wollte, musste sich durch Schlamm und Matsch kämpfen. Christopher Fomunyoh von der amerikanischen Nichtregierungsorganisation "National Democratic Instititute" sieht den Regen aber nicht als einzigen Grund für die Zurückhaltung der Wähler. "Unterstützer von Kandidaten, die es nicht in die Stichwahl geschafft haben, sind lieber zu Hause geblieben, anstatt für einen anderen Kandidaten zu stimmen", berichtet Fomunyoh im DW-Gespräch aus Bamako. Die Stichwahl sei aber - im Vergleich zum ersten Wahlgang - viel besser organisiert gewesen. Während vor zwei Wochen einige Malier nicht gewusst hätten, welches Wahllokal für sie zuständig sei, habe diesmal Klarheit darüber bestanden, so Fomunyoh weiter.

Die Präsidentschaftswahlen gelten als richtungsweisend für Mali. Sie sollen das Land stabilisieren und zur Demokratie zurückführen. Es sind die ersten Wahlen nach dem Staatsstreich vom 22. März 2012 und der monatelangen Besetzung des Nordens durch Islamisten und die Befreiungsbewegung von Azawad - die MNLA. Die von Islamisten angedrohten Anschläge sind bei beiden Wahlen ausgeblieben. Tausende afrikanische und französische Soldaten sorgten auch bei der Stichwahl für Sicherheit.

Steiniger Amtsantritt für neuen Präsidenten

Stichwahl in Mali (Foto: Reuters)

Die Stichwahl verlief ohne Beeinträchtigungen

Trotz des unbehinderten Wahlverlaufs: "Nicht alle, die hätten wählen können, wurden auch erfasst. Flüchtlinge konnten fast gar nicht wählen", bedauert Annette Lohmann. Etwa 200.000 Malier sind wegen der Kämpfe um den Norden Malis nach UN-Angaben in die Nachbarländer Burkina Faso, Niger, Mauretanien oder nach Algerien geflohen.

Vor Mittwoch werde der neue malische Präsident nicht ermittelt sein, teilt Georges Togo, Gouverneur der Region Bamako, mit. Und unabhängig davon, ob Soumaila Cissé oder Ibrahim Boubacar Keïta das höchste Amt im Staat erlangt - der Wahlsieger steht vor großen Herausforderungen: Die Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 1,2 Prozentpunkte geschrumpft, die Infrastruktur des Nordens durch den heftigen Krieg zerstört und der Frieden mit den Rebellen noch brüchig.

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