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Aktuell Afrika

Mali hat gewählt

Nach eineinhalb Jahren schwerer Krisen möchte Mali zur Normalität zurückkehren. Zwei Kandidaten stellten sich zur Stichwahl um das Präsidentenamt. Die Abstimmung verlief friedlich. Nur Regen machte vielen zu schaffen.

Mali hat am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt und damit 18 Monate nach einem folgenschweren Militärputsch den Weg zurück zu Demokratie und Normalität eingeschlagen. Eine Stichwahl musste über den künftigen Staatschef entscheiden, nachdem vor zwei Wochen die erste Abstimmung keinen klaren Sieger hervorgebracht hatte.

Wird Keita der Favoritenrolle gerecht?

Als Favorit gilt der ehemalige Ministerpräsident Ibrahim Boubacar Keita (s. Artikelbild), der in der ersten Runde fast 40 Prozent der Stimmen auf sich vereint hatte. Ex-Finanzminister Soumalia Cissé hatte rund 19 Prozent der Stimmen bekommen und wurde als Außenseiter gehandelt. Das Ergebnis der Stichwahl soll frühestens am Mittwoch vorliegen.

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Entscheidung um Präsidentenamt in Mali

Das gebeutelte westafrikanische Land leidet vor allem im Norden noch immer unter den Folgen des Krieges gegen Islamisten und Separatisten. Der neue Präsident soll es aus dem Chaos führen und Wirtschaft und Infrastruktur wieder aufbauen. Zudem steht er vor der schwierigen Aufgabe, die Bevölkerungsgruppen im Land - Tuareg und Araber auf der einen Seite und Schwarze auf der anderen Seite - miteinander zu versöhnen.

Heftiger Regen könnte die Wahlbeteiligung gedrückt haben

Über 6,5 Millionen Menschen waren erneut zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Beteiligung war Beobachtern zufolge verhaltener als vor zwei Wochen, als fast 50 Prozent der Wahlberechtigten teilnahmen. Heftige Regenfälle in dem teilweise sehr unwegsamen Wüstenstaat hielten die Menschen vor allem am Morgen von den Wahllokalen fern. Keita zeigte sich jedoch optimistisch: "Ich bin sicher, dass die Malier den klimatischen Bedingungen trotzen werden und die Wahlbeteiligung sogar noch höher sein wird als in der ersten Runde."

Über 2000 nationale und internationale Wahlbeobachter waren im Einsatz, um den Ablauf zu überwachen. Zudem sorgten Tausende afrikanische und französische Soldaten für die Sicherheit der Wähler. Wie schon beim ersten Wahlgang wurden keine nennenswerten Zwischenfälle gemeldet.

Islamisten und Kämpfer der Tuareg-Volksgruppe hatten im vergangenen Jahr in Mali im Zuge eines Militärputsches gegen den damaligen Präsidenten Amadou Toumani Touré den Norden unter ihre Kontrolle gebracht. Sie begingen bis zum militärischen Eingreifen Frankreichs im Januar schwere Menschenrechtsverletzungen. Zwar wurden sie seither weitgehend aus der Region vertrieben, jedoch wird etwa die Stadt Kidal weiter von Tuareg-Rebellen kontrolliert. Zudem leben weiterhin mehrere hunderttausend Flüchtlinge in Lagern.

haz/det (rtr, dpa, afp)

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