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Afrika

Mali geht in die Stichwahl

Der Favorit Ibrahim Boubacar Keïta hat in Mali die absolute Mehrheit verfehlt. Im Lager des Kontrahenten Soumaïla Cissé brach Jubel aus. Die beiden treten nun in einer Stichwahl gegeneinander an.

Für eine Weile ist es ruhig im Ministerium für territoriale Angelegenheiten in Malis Hauptstadt Bamako. Nach knapp einer Woche des Wartens wurden am Freitagmittag die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl vom 28. Juli 2013 verkündet. In der Nacht zuvor kursierten bereits Gerüchte, wonach Ibrahim Boubacar Keïta von der Partei RPM (Bewegung für Mali) 48 Prozent der Stimmen geholt haben soll. Doch der ehemalige Premierminister und Favorit der Wahl kommt nur auf 39 Prozent. An zweiter Stelle liegt Soumaïla Cissé von der Partei URD (Union für Republik und Demokratie), der 19 Prozent der Wähler hinter sich vereinen konnte. Damit ist ganz deutlich: Keiner der Kandidaten hat die absolute Mehrheit erreicht und deshalb wird es in Mali eine Stichwahl geben.

Ein Anhänger von Soumaila Cissé jubelt über den Einzug in die Stichwahl (Foto: Katrin Gänsler/DW)

Ein Anhänger von Soumaila Cissé jubelt über den Einzug in die Stichwahl

In Bamako wird dies mit Gelassenheit aufgenommen. Anders als noch am Dienstagabend (30.07.2013), als Hochrechnungen verkündet wurden, haben sich weder Anhänger von IBK - so wird Ibrahim Boubacar Keïta genannt - noch Unterstützer von Soumaïla Cissé vor dem Ministerium versammelt. In der Stadt spricht sich die Nachricht nur langsam herum, trotz Live-Übertragung des malischen Fernsehens.

Jubel im Lager von Cissé

Einzig vor dem Wahlkampfbüro von Cissé hat sich eine Menschenmenge versammelt. Ein Geländewagen steht vor der Tür, laute Musik schallt heraus. "Der Wille der Malier ist akzeptiert worden. Das ist sehr gut", freut sich Madou Diallo, Mitglied der Partei URD. Diallos Optimismus ist ein wenig gebremst. Nun müsse erst einmal die Stichwahl vorbereitet und gewonnen werden. Doch schon jetzt will er sich als Demokrat zeigen. "Möge in der zweiten Runde der Bessere gewinnen. Und wenn wir es nicht sind, dann rufen wir den Sieger natürlich an und gratulieren."

Enttäuschung vor dem Hauptquartier von Ibrahim Boubacar Keita (Foto: Katrin Gänsler/DW)

Enttäuschte Wähler vor dem Hauptquartier von Ibrahim Boubacar Keïta

Davon geht Fily Dembele aber nicht aus. Er trägt ein T-Shirt mit dem Foto seines Lieblingspolitikers Cissé und klatscht. "In der zweiten Runde holen wir uns den Sieg", grinst er. Doch die ganz große Freude hat noch nicht eingesetzt, vor allem ist es Erleichterung, dass nun eine Stichwahl stattfindet - und Keïta sich nicht direkt durchsetzen konnte.

Lange Gesichter im Lager des Favoriten

Genau darüber sind nun die Anhänger von IBK enttäuscht. Sie waren fest von einem Sieg ausgegangen, nach dem es anfangs auch ausgesehen hatte. Zunächst waren die Stimmen in Bamako ausgezählt worden, wo IBK in allen Bezirken die absolute Mehrheit erreicht hatte. Landesweit schnitt er jedoch weniger erfolgreich ab.

Blauhelm-Soldaten bewachen das Ministerium für territoriale Angelegenheiten (Foto: Katrin Gänsler/DW)

Blauhelm-Soldaten bewachen das Ministerium für territoriale Angelegenheiten

Moussa Coulibaly ist trotzdem im T-Shirt seines Favoriten gekommen und hat auch ein Foto von IBK dabei. Hier im Kampagnen-Hauptquartier soll nun beraten werden, wie es weitergeht. Bei aller Katerstimmung ist er sicher: "Die Stichwahl gewinnen wir natürlich, wir holen 90 Prozent."

Vorbereitungen für die Stichwahl

Nun starten die Vorbereitungen zur Stichwahl. Diese ist für den 11. August angesetzt. Mittlerweile wird jedoch vermutet, dass sie um zwei Wochen verschoben werden könnte. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings noch nicht.

Für die Stichwahl hatten bereits mehrere der 25 abgeschlagenen Kandidaten angekündigt, sie würden ihre Anhänger aufrufen, für Soumaïla Cissé zu stimmen - ob diese dann dem Aufruf folgen, wird sich zeigen.

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