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Aktuell Asien

Malaysia weist Touristen wegen Nacktfotos aus

Trotz der Warnung ihres Führers machten sie Nacktfotos auf einem Berg, der den Anwohnern als heilig gilt. Nun verwies ein malaysisches Gericht vier westliche Touristen des Landes und brummte ihnen eine Geldstrafe auf.

Die Angeklagten wirkten nervös, als sie zur Urteilsverkündung in Handschellen an zahlreichen Medienvertretern vorbei in den Gerichtssaal geführt wurden. Dort gestanden die jungen Touristen, eine 24-jährige Britin, ein 23-jähriger Niederländer sowie zwei aus Kanada stammende 22 und 23 Jahre alte Geschwister – auf dem Gipfel des 4095 Meter hohen Bergs Kinabalu nackt für Fotos posiert zu haben. Die Nacktfotos hatte die Gruppe anschließend ins Internet gestellt.

Gefängnis, Bußgeld, Ausweisung

Ein Gericht in Kota Kinabalu, der Hauptstadt des auf der Insel Borneo gelegenen Bundesstaates Sabah, sprach die Urlauber wegen "obszönen Verhaltens an einem öffentlichen Ort" schuldig. Das Urteil sieht eine dreitägige Gefängnisstrafe vor, die die zwei Männer und zwei Frauen allerdings durch die Zeit im Polizeigewahrsam nach ihrer Festnahme schon abgesessen haben. Desweiteren wurde ein Bußgeld von umgerechnet knapp 1200 Euro und ihre Ausweisung aus Malaysia angeordnet.

Die Geister verärgert, Beben ausgelöst

Fünf weitere Touristen, die bei dem Vorfällen ebenfalls dabei gewesen sein sollen, werden noch von der Polizei gesucht. Sie geht aber davon aus, dass einige der Touristen Sabah bereits verlassen haben.

Blick auf eine Staubwolke über dem Kinabalu (Foto: ap)

Am 5. Juni 2015 bebte der Kinabalu - Anwohner meinen, das Verhalten der Touristen habe die Berggeister erzürnt

Das Verhalten der jungen Reisenden hatte bei den Bewohnern der Gegend große Verärgerung ausgelöst. Die Volksgruppe der Kadazan Dusun verehrt den Berg Kinabalu, den sie als Ruhestätte der Geister betrachtet. Viele Anwohner sind überzeugt, dass einen Zusammenhang zwischen der Stripp-Aktion der Wanderer und einem schweren Erdbeben gibt, bei dem 18 Menschen auf dem Berg ums Leben kamen. Die Ausländer hätten die Geister des heiligen Berges erzürnt und dadurch das Beben ausgelöst, heißt es.

cw/ fab (afp, dpa)