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Mordfall

Malaysia bestellt nordkoreanischen Botschafter ein

Eine Woche nach dem rätselhaften Tod des älteren Halbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Malaysia Pjöngjangs Botschafter einbestellt. Der hatte seinem Gastgeberland eine Verschwörung vorgeworfen.

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Malaysia: Diplomatischer Streit mit Nordkorea

Im Streit um den Mord an Kim Jong Nam hat das malaysische Außenministerium den Botschafter des kommunistischen Staates einbestellt. Ihm sei erklärt worden, dass seine Anschuldigungen gegen Malaysia "grundlos" seien, teilte das Außenministerium mit. Zudem sei der malaysische Botschafter in Nordkorea für Konsultationen zurück nach Kuala Lumpur gerufen worden. 

Der nordkoreanische Abgesandte Kang Chol zeigte sich von dem Gespräch wenig beeindruckt. Unmittelbar danach erklärte er Reportern, sein Land könne den malaysischen Ermittlungen nicht trauen. "Es sind sieben Tage seit dem Ereignis vergangen, aber es gibt noch keinen klaren Hinweis auf die Todesursache", sagte er. Bei einer Pressekonferenz am Freitag hatte der Botschafter sein Gastgeberland heftig für dessen Vorgehen in dem Fall kritisiert. Pjöngjang werde das Ergebnis einer ohne seine Zustimmung durchgeführten Autopsie nicht akzeptieren. Er warf Malaysia vor, mit seinen Ermittlungen zum Tod von Kim Jong Nam in Verschwörung mit "feindlichen Mächten" den Ruf Nordkoreas schädigen zu wollen. 

Der ermordete Kim Jong Nam (l.) und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un (picture alliance/AP Photo/S. Kambayashi/W. Maye)

Der ermordete Kim Jong Nam (l.) und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un

Die Autopsie seiner Leiche ergab bislang keine genaue Todesursache. Die Ergebnisse sollen laut Polizei aber in einigen Tagen vorliegen. Es müssten erst noch weitere toxikologische Tests gemacht werden.

Nach Angaben aus Südkorea ergaben die malaysischen Ermittlungen, dass Pjöngjang hinter dem Mordanschlag steckt. Der 45-jährige Halbbruder von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un war vor einer Woche am Flughafen von Kuala Lumpur ermordet worden. Südkoreanischen Medien zufolge sprühten ihm die Täter Gift ins Gesicht, bevor er an Bord einer Maschine nach Macau gehen wollte.

Überwachungsbilder veröffentlicht

Der japanische Fernsehsender Fuji TV veröffentlichte eine Aufnahme von einer Überwachungskamera, die den Vorfall zeigen soll. Auf dem Video ist ein Mann zu sehen, der den Flughafen betritt und auf eine Anzeigetafel schaut. Kurz darauf nähern sich ihm zwei Frauen. Eine fasst mit ihren Händen von hinten um seinen Kopf herum, bevor die beiden sich entfernen.

Pressekonferenz der malaysischen Polizei (Reuters/A. Perawongmetha)

Pressekonferenz der malaysischen Polizei

Vier Verdächtige wurden bereits festgenommen: ein 46-jähriger Nordkoreaner, eine 25-jährige Frau mit indonesischem Pass und ihr malaysischer Freund sowie eine 28-jährige Verdächtige mit vietnamesischem Pass. Es wird spekuliert, es könne sich bei den Frauen um Agentinnen des nordkoreanischen Geheimdienstes handeln.  

Die malaysische Polizei sucht nach weiteren Verdächtigen. Vier der gesuchten mutmaßlichen Drahtzieher des Angriffs stammten aus Nordkorea und hätten Malaysia noch am Tag von Kim Jong Nams Tod verlassen, sagte der stellvertretende Generalinspektor der Polizei, Noor Rashid Ibrahim, am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur. Die Verdächtigen seien nicht mit Diplomatenpässen gereist. Darüber hinaus fahnde die Polizei nach drei weiteren Verdächtigen. Einer von ihnen sei nordkoreanischer Staatsbürger, sagte Noor Rashid.

stu/sti (afp, dpa)

 

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