1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Malaria no More

Jährlich sterben bis zu drei Millionen Menschen an Malaria und ihren Folgen, die meisten davon in Afrika. In Berlin sammelt der gemeinnützige Verein Malaria No More Deutschland Geld für Anti-Malaria-Projekte in Afrika.

Die Gruppe 'Malaria no More' in Uganda, Quelle: DW

Mit einfachen Mitteln im Kampf gegen Malaria

Wenn es um Malaria geht, dann weiß Nina Neelsen genau, wovon sie spricht: Ein Mückenstich genügt, um sich mit der lebensgefährlichen Tropenkrankheit zu infizieren - und genau das ist der 39jährigen Berlinerin auf einer Reise nach Uganda passiert. Monatelang war sie krank und auf fremde Hilfe angewiesen. "Ich habe dann natürlich noch versucht, zu Hause im Bett ein wenig zu arbeiten", erzählt die Unternehmensberaterin. "Aber wenn ich zehn Minuten gesprochen hatte, war ich danach so erschöpft, dass ich mich drei Stunden kaum bewegen konnte."

Mücke (Nematocera), Foto: AP

Der Übeltäter: die Mücke. Schon ein paar Mückennetze helfen

Heute ist Nina Neelsen wieder gesund, voller Energie und Ideen. Jetzt will sie andere Menschen vor der lebensbedrohlichen Krankheit schützen. Also gründete sie den Verein "Malaria No More Deutschland", der Geld für Anti-Malaria-Projekte in Afrika sammelt. Das erste Projekt ist auch schon gefunden, und zwar in der Demokratischen Republik Kongo. "Diesem Projekt der Deutschen Roten Kreuzes wären die Mittel jetzt ausgegangen, also nehmen wir uns der Sache an", erzählt Neelsen. "Es ist ein fantastisches Projekt, das praktikabel ist und ganz nah an der Bevölkerung."

Billiger und effektiver Schutz: Mückennetze

Ein gutes Projekt ist für Nina Neelsen eines, das die Menschen darüber aufklärt, wie sie sich vor Malaria schützen können - zum Beispiel durch Mückennetze über den Betten. Ein lebensrettendes Netz kostet nur ein paar Euro, aber immer noch gibt es in Afrika viel zu wenige davon. Das brachte das Team von Malaria No More auf die Idee, gegen eine Spende T-Shirts zu verkaufen, die eigens von einer Berliner Künstlerin entworfen wurden. Das gesammelte Geld fließt zu 90 Prozent in Anti-Malaria-Projekte und nicht etwa in Verwaltungskosten oder ein schickes Büro. "Wir wollen hier keinen riesengroßen Apparat aufbauen", sagt Neelsen, die ehrenamtlich von zu Hause aus für den gemeinnützigen Verein arbeitet.

Spenden-Shirts von Malaria no More, Foto: DW

Malaria no More: Mit T-Shirts gegen die Krankheit

Dass sich schon viele große internationale Institutionen dem Kampf gegen Tropenkrankheiten verschrieben haben, bremst ihren Tatendrang überhaupt nicht - gegen Malaria könne gar nicht genug getan werden, meint sie.

Malaria - bald auch ein europäisches Problem?

Zu Afrika hat die Gründerin von Malaria No More Deutschland eine besondere Beziehung, seit sie in Südafrika eine Ausbildung zur Wildhüterin gemacht hat. Trotzdem ist Malaria für Nina Neelsen nicht nur ein afrikanisches Problem: Zum einen bringen jährlich mehrere hundert Deutsche eine Malaria von Auslandsreisen mit. Zum anderen hat der Erreger auch in unseren Breiten eine Überlebenschance, wenn die Durchschnittstemperaturen weiter steigen sollten. "Es gibt bereits Fälle in der Türkei, in Teilen Russlands und in den USA", zitiert Neelsen aus wissenschaftlichen Berichten. "Der ganze südeuropäische Bereich ist natürlich als erstes betroffen, wenn dort die Temperaturen wieder steigen."


Nina Neelsen mit einer Mitarbeiterin im ugandischen Waisenhaus von Kids of Africa, Foto: AP

Neelsen: Besondere Beziehungen zu Afrika

Ein Grund mehr für sie, etwas gegen Malaria zu tun - eine Krankheit, an der jedes Jahr Millionen Menschen sterben. "Wenn wir heute nicht anfangen, die Malaria zu kontrollieren", ist Neelsen überzeugt, "dann kommt sie irgendwann hierher."

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links