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Kultur

Make Tweets Great Again - Initiative macht Trump-Tweets zu Geld

Die Tweets des US-Präsidenten Donald Trump bringen einer NGO bares Geld. Denn jedes Mal, wenn Trump twittert, können User Geldbeträge spenden. Und das tun sie mit wachsender Begeisterung.

Twitter Account US-Präsident Donald Trump (twitter.com/realDonaldTrump)

@realDonaldTrump verfasst bei Twitter etwa 200 Tweets pro Monat

"Donalds Besessenheit, seine Gedanken ungefiltert auf Twitter zu verbreiten, ist ein Problem. Wir haben die Lösung", heißt es auf der Webseite maketweetsgreatagain.us. Und so sieht sie aus, die Lösung: Jedes Mal, wenn der US-Präsident twittert, können Unterstützer der Initiative "MTGA" einen beliebigen Geldbetrag spenden. Der wiederum geht an die Nichtregierungsorganisation "American Civil Liberties Union", kurz ACLU. Die Organisation setzt sich für Bürgerrechte, Meinungsfreiheit und die Gleichberechtigung Homosexueller ein.

Die Spender können auf der Webseite der Initiative auswählen, welchen Betrag sie pro Tweet spenden wollen - zwischen zehn Cent und einer beliebigen Summe ist alles möglich. Bei jedem Trump-Tweet geht das Geld automatisch auf das Spendenkonto ein. Da kommt schon etwas zusammen, wenn Trump bei seiner Schlagzahl bleibt: Etwa 200 Tweets sondert der US-Präsident monatlich auf seinem Twitterkanal @realDonaldTrump ab. Die User können selbst wählen, wie lange sie bei dieser Crowdfunding-Aktion mitmachen wollen. 60 Spender haben sich bereits gefunden, die Gemeinde wächst. Auch die US-Schauspielerin und Autorin Sarah Silverman ist unter ihnen und hat per Twitter schon applaudiert. 

Ein kleiner Beitrag fürs gute Gefühl

Die Initiative ist erst gut zwei Wochen alt. Zurzeit liegt der Wert eines Trump-Tweets bereits bei über zehn US-Dollar (etwa neun Euro). Mehr als 700 US-Dollar (rund 659 Euro) sind schon auf dem ACLU-Konto gelandet. Trump wird auf Twitter von @realMTGA nach jedem seiner Tweets darüber aufgeklärt, was seine letzte Twitter-Nachricht wert gewesen ist. Noch ist es ein kleiner Gag, doch für die Macher von MTGA ist die Initiative vom ersten Moment an ein Erfolg. "Wenn jemand nicht damit aufhören kann, etwas Schlechtes zu tun, dann müssen wir einen Weg finden, dies ins Positive umzukehren." Das sei ihnen mit der Initiative gelungen, sagen die Macher von MTGA auf der Webseite.

Neonazis - großzügig wie nie

Deutschland Wunsiedel Spendenaktion Aufmarschs von Neonazis (picture alliance/dpa/Fricke)

"Im Spendenschritt, Abmarsch!": Spendenaktion in Wunsiedel

Ähnliche Aktionen gab es auch schon in Deutschland: Im Herbst 2014 startete ein höchst unfreiwilliger Spendenlauf im oberfränkischen Wunsiedel. Der kleine Ort ist eine Pilgerstätte für Neonazis, denn hier war Adolf Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß begraben. Das Grab wurde zwar 2011 aufgelöst, die Neonazis aber marschieren weiterhin regelmäßig durch den Ort. Einen dieser "Trauermärsche" nahm die Initiative "Rechts gegen Rechts" zum Anlass, die Beteiligten ohne ihr Wissen für eine Spende laufen zu lassen. Für jeden gelaufenen Meter der "Trauermarsch"-Teilnehmer gingen zehn Euro an EXIT-Deutschland, ein Aussteigerprogramm für Neonazis. Das Ergebnis: 10.000 Euro und jede Menge überrumpelte Rechte.

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