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Fußball

Mainz stellt Startrekord ein

Der FSV Mainz 05 hat im siebten Spiel der Saison zum siebten Mal gewonnen. Schalke schafft erneut keinen Sieg. Freiburg mit bestem Saisonstart. Hamburg dreht die Partie.

Mainzer Spieler jubeln mit Eckfahne in der Hand (Foto: AP)

Die Jungs vom Bruchweg marschieren vorne weg

Tabellenführer FSV Mainz 05 hat es tatsächlich geschafft und den Startrekord in der Bundesliga eingestellt. Mit 4:2 (1:1) besiegten die 05'er 1899 Hoffenheim und zogen damit mit dem deutschen Rekordmeister Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern gleich, denen ebenfalls schon einmal ein Start mit sieben Siegen geglückt war.

Lewis Holtby jubelt (Foto: dpa)

Lewis Holtby hatte allen Grund zu jubeln - drei Tore mit vorbereitet, eins selbst gemacht

Die Mainzer erwischten vor 20.300 Zuschauern – unter ihnen auch Bundestrainer Joachim Löw – im ausverkauften Bruchwegstadion einen Traumstart: Schon in der 2. Minute stand es nach einem Konter 1:0 für die Hausherren. Anschließend war Hoffenheim die bessere Mannschaft aber erst kurz vor der Pause gelang den Gästen der Ausgleich. Nach der Pause dann das gleiche Bild: Wieder dauerte es nur wenige Sekunden bis der Ball erneut im Hoffenheimer Tor zappelte – die Mainzer hatten mit dem ersten Angriff das 2:1 erzielt. Nach einer Stunde folgte das 3:1 durch den Mann des Tages, U21-Kapitän Lewis Holtby, der bereits die ersten beiden Mainzer Treffer mit vorbereitet hatte. Nachdem Hoffenheim den 2:3-Anschluss geschafft hatte, sorgte Mainz per Foulelfmeter für das 4:2. Josip Simunic hatte Holtby von den Beinen geholt und musste vom Platz. Es blieb beim verdienten 4:2. Die junge Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel grüßt den Rest der Liga weiterhin von oben.

"Ich war mit der ersten Halbzeit gar nicht zufrieden", gab sich Tuchel, nachdem er mit den Fans auf dem Zaun gefeiert hatte, kritisch. "Wir hatten keine gute Grundordnung. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Qualitäten ausgespielt und verdient gewonnen."

Hamburg dreht das Spiel

Jubel Gojko Kacar (Foto: dpa)

Gojko Kacar traf zum 1:1

Die Spieler des Hamburger SV hatten sich viel vorgenommen, wollten endlich wieder vor heimischem Publikum eine mitreißende und begeisternde Partie zeigen, doch schon nach zwei Minuten folgte der Tiefschlag: Nach einem direkten Freistoß stand es 1:0 für die Gäste aus Kaiserslautern. Auch in der Folge blieb der FCK das bessere Team, der HSV präsentierte sich dagegen weitgehend ideenlos und hatte nach Abwehrfehlern sogar noch Glück, nicht höher in Rückstand zu geraten. Es schallten Pfiffe durch die Arena. Erst nach 70 Minuten durften die Hamburger Fans jubeln. Das 1:1 gab den Norddeutschen Rückenwind, Kaiserslautern hatte nichts mehr zuzusetzen. Folgerichtig gelang dem HSV in der 84. Minute das entscheidende 2:1 (0:1).

"Es war natürlich tödlich für uns, dass wir nach zwei Minuten schon in Rückstand waren", meinte HSV-Trainer Armin Veh. "Kaiserslautern stand tief und hat gefährlich gekontert. Aber wir haben es halt erzwungen. Wir wollten das Spiel unbedingt noch gewinnen und das haben wir geschafft. Das ist das Entscheidende."

Nürnberg überrascht den FC Schalke

Spielszene Klaas-Jan Huntelaar (Foto: AP)

Huntelaar traf zwar, doch Schalke verlor

Schalke 04 hat es nach dem Sieg in der Champions League nicht geschafft, auch in der Bundesliga eine Wende zum Guten einzuleiten. Beim 1.FC Nürnberg verloren die Königsblauen mit 1:2 (0:0). Beide Teams brachten bei Regenwetter zunächst keinen geordneten Spielaufbau zustande. Erst nach einer halben Stunde gab es die erste Torchance. Nürnberg war die etwas bessere Elf, machte sich bei Kontern durch viele Abspielfehler aber selbst das Leben schwer. Einfacher wurde es erst nach rund einer Stunde, nachdem Schalkes Mittelfeldspieler Jermaine Jones nach einer ungestümen Aktion gegen FCN-Keeper Rafael Schäfer die gelb-rote Karte sah. Schäfer musste angeschlagen vom Platz. Kurze Zeit später schaffte Nürnberg das 1:0.

Schalke kam zurück. Torschütze vom Dienst, Klaas-Jan Huntelaar traf zum 1:1, das bessere Ende hatten aber die Nürnberger, die in der 83. Minute durch Andreas Wolf den 2:1-Siegtreffer schafften. "Ich bin völlig unzufrieden mit dem, was meine Mannschaft geboten hat", stellte Schalkes Trainer Felix Magath enttäuscht fest und monierte vor allem die Patzer in der Defensive: "Hinten haben wir katastrophale und völlig unerklärliche Fehler gemacht. Ich denke, dass der eine oder andere Spieler in Gedanken schon bei seiner Nationalmannschaft war." Schalke bleibt als 17. auf einem Abstiegsplatz und könnte am Ende des Spieltags sogar wieder die rote Laterne vom VfB Stuttgart übernehmen.

Mönchengladbach unentschieden gegen Wolfsburg

0:1 Thomas Kahlenberg (Foto: dpa)

Kahlenberg hatte Glück, dass der Schiedsrichter nicht pfiff

Effektiv präsentierte sich der VfL Wolfsburg in Mönchengladbach. Mit der ersten Torchance fiel auch das 1:0 – ein irregulärer Treffer. Wegen gefährlichen Spiels hätte die Partie vorher unterbrochen werden müssen: Wolfsburgs Spielmacher Diego hatte Tobias Levels bei dem Versuch eines Fallrückziehers behindert und zu Fall gebracht. Der Ball kam zu Thomas Kahlenberg, der vollendete. Es dauerte lange, bis Gladbach sich von diesem Rückschlag erholte: In der 65. Minute wurde die Geduld der Hausherren aber belohnt, nach einem Treffer von Thorben Marx stand es 1:1. Dabei blieb es auch bis zum Schluss.

Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck war sauer: "Für mich völlig unverständlich, warum das kein Freistoß ist. Aus dem Nichts steht es 0:1. Die Mannschaft ist stark zurückgekommen. Es ist traurig, dass wir am Ende nicht mit drei Punkten da stehen." Die Punkteteilung hilft beiden Clubs nicht weiter. Die Mönchengladbacher kommen nicht unten raus, der VfL Wolfsburg nicht nach oben ran.

Cissé macht den Unterschied

Papiss Cissé (Foto: dpa)

Cissé traf erst nur den Pfosten, dann aber ins Netz

Der 1. FC Köln läuft Gefahr, immer tiefer in den Tabellenkeller zu rutschen. Beim SC Freiburg gab es für die Rheinländer nichts zu holen, sie unterlagen mit 2:3 (1:2). Früh ging der SC Freiburg mit 2:0 in Front, Köln kam aber zurück und schaffte kurz nach der Pause den 2:2-Ausgleich. In der 70. Minute folgte dann der Auftritt des besten Torjägers der Bundesliga: Papiss Cissé gelang der siebte Saisontreffer im siebten Spiel, gleichzeitig das entscheidende Tor zum 3:2.

"Die Mannschaft ist inzwischen mental richtig gefestigt und macht einen guten Eindruck", lobte Freiburgs Trainer Robin Dutt. "Es war ein mehr als verdienter Sieg und eine gute Leistung. Wir sind mit der Punkteausbeute nach sieben Spieltagen mehr als zufrieden." Das können sie auch sein: Freiburg schaffte mit dem Erfolg den besten Bundesligastart der Vereinsgeschichte und ist Vierter. Der 1.FC Köln rutscht dagegen auf Relegationsplatz 16 und muss verstärkt nach unten schauen.

Hannovers Höhenflug vorerst gebremst

Jubel Marius Ebbers (Foto: dpa)

Ebbers traf zum ersten Mal in der Bundesliga für St. Pauli

Am Freitagabend (1.10.2010) gab es einen Dämpfer für das bisher unerwartet stark aufspielenden Hannover 96: Nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte verloren die Niedersachsen gegen den FC St. Pauli mit 0:1 (0:1). Den Treffer des Abends erzielte der Kapitän der Hamburger, Marius Ebbers, nach einem Konter bereits in der 6. Minute. Hannover war über weite Strecken des Spiels optisch überlegen. Die besseren Torchancen aber erarbeitete sich St. Pauli. Der Aufsteiger unterstrich erneut seine Auswärtsstärke. Neun ihrer bisherigen zehn Punkte holten die Hamburger auf den Plätzen der Gegner. In der 80. Minute sah Hannovers tunesischer Verteidiger Karim Haggui nach einer Notbremse gegen St. Paulis Mittelfeldspieler Matthias Lehmann die Rote Karte.

"St. Pauli hat defensiv richtig gut gespielt und verdient gewonnen", konstatierte auch Hannovers Trainer Mirko Slomka. Den Siegtreffer des Gegners bezeichnete er als "wunderbaren Konter". St. Paulis Coach Holger Stanislawski freute sich über den dritten Auswärtssieg seiner Mannschaft: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Am Sonntag (3.10.2010) folgen noch die Partien VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen und Borussia Dortmund gegen Bayern München.

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Calle Kops

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