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Aktuell Europa

Maidan-Platz fast vollständig geräumt

Vor knapp sechs Monaten wurde der Maidan im Stadtzentrum von Kiew zum Symbol für den Umbruch in der Ukraine. Jetzt sind die letzten Protestlager fast vollständig aufgelöst worden, allerdings nicht freiwillig.

Man kann es Ironie der Geschichte nennen: Anfang des Jahres stand Vitali Klitschko noch auf der großen Bühne auf dem Maidan und ließ sich von den Demonstranten bejubeln. Mittlerweile ist der ehemalige Profiboxer Bürgermeister der Stadt Kiew und deshalb ist ihm das anarchistische Treiben auf dem Unabhängigkeitsplatz ein Dorn im Auge.

Schrittweise lässt Klitschko die Zeltlager auflösen, doch die Räumung des symbolträchtigen Ortes erfolgt nicht ohne Gegenwehr. Am Donnerstag lieferten sich dutzende Aktivisten Zusammenstöße mit der Polizei. Die Beamten wurden mit Steinen angegriffen und Barrikaden in Brand gesetzt. Rund sechs Monate nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch stiegen aus dem Zentrum Kiews wieder schwarze Rauchwolken auf.

"Sie kamen von zwei Seiten und wollten die Zelte und alles andere wegräumen", beschreibt ein Aktivist den Einsatz der Sicherheitskräfte. "Sie wollen uns vertreiben, aber wir sind noch nicht bereit, zu gehen."

Wunsch nach mehr Sicherheit

Anfang November besetzten verschiedene Gruppierungen den Maidan als Zeichen des Protestes gegen die Entscheidung Janukowitschs, das Assoziierungsabkommen mit der EU doch nicht zu unterzeichnen. In den folgenden Wochen versammelten sich jeden Tag viele tausend Ukrainer auf dem Platz. Bei den darauffolgenden gewaltsamen Protesten kamen rund 100 Menschen ums Leben.

Die meisten Demonstranten zogen sich nach dem Sturz Janukowitschs jedoch vom Maidan zurück, nur noch wenige harren in dem Zeltlager aus. Zuletzt hatte es wiederholt Prügeleien und Schießereien unter den anwesenden Aktivisten gegeben, was dazu führte, dass Klitschko den Platz nun vollständig räumen will. Bei den Verhandlungen mit den Besetzern erklärte er: "Die Mehrheit der Einwohner wünscht sich Sicherheit und Ordnung im Zentrum von Kiew, aber was hier passiert, ist einfach nur kriminell".

Trotz des erbitterten Widerstands einiger Besetzer könnten die Camps auf dem Maidan nun bald Geschichte sein. Am Samstag beteiligten sich hunderte Bürger freiwillig an den Aufräumarbeiten auf dem Platz. Dabei kam es zu Rangeleien mit den letzten Besetzern.

djo/wl (afp, dpa)