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Politik & Gesellschaft

Mahnende Worte zu Ostern in Deutschland

Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen haben in ihren Osterbotschaften zu einem stärkeren Miteinander aufgerufen. Sie warnten die Gläubigen davor, sich allzu sehr auf materielle Dinge zu konzentrieren.

Robert Zollitsch (Foto: picture-alliance/dpa)

Robert Zollitsch

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch rief die Menschen in Deutschland zu mehr Zufriedenheit und weniger Murren auf. Der Wohlstand sei seit dem Zweiten Weltkrieg enorm gewachsen, die Zufriedenheit aber nicht in gleichem Maße, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in seiner Osterpredigt im Freiburger Münster.

Die Fixierung auf die materiellen Werte lasse bei vielen den Blick für die geistigen Werte verblassen, die so lebensnotwendig seien wie das tägliche Brot. Wenn sich Milieus, Parteien und Glaubensgemeinschaften in sich selbst verkapseln, könnten keine Visionen umgesetzt werden, so Zollitsch. Dies gelte angesichts der Reaktorkatastrophe von Fukushima und mit Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart "mehr denn je, überall in unserer Gesellschaft“.

"Wegwerfgesellschaft" angeprangert

Rheinischer Präses Nikolaus Schneider (Foto: AP)

Rheinischer Präses Nikolaus Schneider

Der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann prangerte die "Wegwerfgesellschaft" an, die nicht einmal vor Menschen Halt mache. Nicht nur Autos und Kleider würden laufend ausgetauscht, auch "die Menschen werden Ersatz- und Versatzstücke".

Man könne das Glück aber nicht direkt packen und für sich alleine pachten. Das Glück könne nur indirekt gewonnen werden, auf dem Rücken einer guten Tat für andere, sagte Kardinal Lehmann.

Mehr Anteilnahme gefordert

Reinhard Marx (Foto: dpa)

Reinhard Marx

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, rief am Ostersonntag in Düsseldorf zur Anteilnahme angesichts des Leids auf der Welt auf.

Es gehe um die Fähigkeit, sich in die Lage der von Erdbeben, Tsunami und Super-Gau eines Atomkraftwerks geschlagenen Menschen zu versetzen. Anteilnahme, Mitleid und Hilfe bräuchten auch die Opfer von Krieg und Bürgerkrieg sowie die Flüchtlinge, so Schneider.

Autor: Hartmut Lüning (mit epd, dapd, dpa, KNA)
Redaktion: Ursula Kissel