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Magufuli als Staatsoberhaupt Tansanias vereidigt

John Magufuli ist der erste Präsident der früheren Kolonie "Deutsch-Ostafrika", der eine Frau als Stellvertreterin hat: Samia Suluhu Hassan wurde mit ihm vereidigt. Die Opposition erkennt die Wahl nicht an.

Tansania Samia Suluhu und John Magufuli

Vizepräsidentin Samia Suluhu Hassan (l.) und Ministerpräsident John Magufuli nach dessen Wahlsieg in Tansania am 30. Oktober

Der Kandidat der tansanischen Regierungspartei CCM, John Magufuli, ist als neuer Präsident des ostafrikanischen Landes vereidigt worden. Zehntausende Tansanier kamen am Donnerstag zu der Zeremonie im Uhuru-Stadion der Hafenmetropole Daressalam. Der 56-jährige Magufuli ist der fünfte Präsident seit der Unabhängigkeit Tansanias 1961.

Sein Sieg bei der Wahl vom 25. Oktober ist allerdings umstritten. Laut Wahlkommission hat der frühere Chemielehrer und Bauminister 58 Prozent der Stimmen errungen. Die Oppositionspartei Chadema spricht dagegen von Wahlfälschung und hält ihren Kandidaten Edward Lowassa für den Sieger. Er war bereits von 2005 bis 2008 Premierminister und ist nach offiziellen Angaben diesmal auf 40 Prozent der Stimmen gekommen. Lowassas Wahlbündnis fordert eine Neuauszählung der Stimmen.

Der unterlegene Kandidat Edward Lowassa im Wahlkampf. (Foto: afp)

Der unterlegene Kandidat Edward Lowassa im Wahlkampf

Ebenfalls bejubelt wurde Magufulis Stellvertreterin Samia Suluhu Hassan. Sie ist die erste Vizepräsidentin Tansanias und stammt von der Insel Sansibar, die zu dem ostafrikanischen Land gehört. Die Opposition erkennt das Ergebnis der Wahl auch deshalb nicht an, weil die Wahlen auf Sansibar für ungültig erklärt worden sind.

Dort wurde vorläufig die Amtszeit des bisherigen Regionalpräsidenten von der Regierungspartei Magufulis verlängert. Umfragen hatten dagegen einen Sieg der Opposition auf Sansibar vorausgesagt. Auch EU-Wahlbeobachter haben den Ablauf der Wahl in Tansania kritisiert, das Ergebnis aber nicht infrage gestellt.

Das arme Land ist ein wichtiger Faktor in der Region

Magufuli betreibt eine pragmatische Politik und ist Mitglied der Sozialistischen Internationale. Er folgt auf Jakaya Kikwete, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

Tansania, die Union der 1961 unabhängig gewordenen Festland-Republik Tanganjika mit der Insel Sansibar, ist etwa zweieinhalbmal so groß wie Deutschland. Das Land gilt trotz seiner Armut als Faktor politischer und wirtschaftlicher Stabilität in der Region.

mro/mak (epd/afp/dpa)