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Wirtschaft

Magna und RHJ zu schwach für Opel?

Im Ringen um den angeschlagenen Autohersteller Opel sorgt die pessimistische Bilanz eines Regierungs-Gutachtens für Aufsehen. Berater sehen in keinem der Angebote eine Perspektive für Opel als selbständigen Autobauer.

Symbolbild zu Opel (Foto: AP)

Weder der Autozulieferer Magna noch der Finanzinvestor RHJ sei in der Lage, den Rüsselheimer Autohersteller langfristig als eigenständige Marke zu erhalten, berichteten Financial Times Deutschland und Süddeutsche Zeitung. In ihren Darstellungen vom Freitag und Samstag (25.07.2009) berufen sie sich auf eine Analyse der Investmentbank Lazard, die den Zeitungen vorliege.

Magna Logo vor russischer Nationalfahne (Montage: DW)

Berater der Bank hatten im Auftrag der Bundesregierung ein vierseitiges Papier erstellt. Laut den Zeitungsberichten werden in der Untersuchung die Offerten des kanadisch-österreichischen Autozulieferers Magna, des Finanzinvestors RHJ International und des bereits ausgeschiedenen chinesischen Autoherstellers BAIC verglichen. Die Investmentbanker seien in ihrer Analyse zum Schluss gekommen, dass mit den Konzepten von allen drei Anbietern die erforderliche Größe für einen eigenständigen Autohersteller "kaum erreichbar" sei.

Die Investmentbank Lazard berät die Bundesregierung seit April bei ihren Verhandlungen im Opel-Bieterkampf. Das Papier habe als Grundlage für die Gespräche mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) gedient, die am vergangenen Mittwoch (21.07.2009) im Kanzleramt stattfanden.

Magna: politisch stabiler?

Keiner der Anbieter habe weder gut noch schlecht abgeschnitten. Die beratenden Banker hätten jedoch festgehalten, dass Magna in der politischen Bewertung am besten abschneide: Es handele sich um einen Käufer, der "breite Unterstützung in Politik" und bei Arbeitnehmern genieße. Andererseits warnten die Berater von Lazard vor einem "Ausverkauf deutscher Technologie nach Russland" und hielten die von Magna geplante Eroberung des russischen Marktes für "unsicher".

Auch bei den anderen Anbietern hätten sich die Banker teilweise skeptisch gezeigt: Bei RHJ kritisierten sie die "hohe de-Facto-Abhängigkeit von GM" und "sehr optimistische Wachstums- und Profitabilitätsannahmen".

Verhandlungen gehen in neue Runde

Vermutlich werden die beiden letzten Bieter ihre Angebote nachbessern müssen. In der kommenden Woche wird GM seine Verhandlungen mit den Regierungen von Bund und den Ländern mit Opel-Standorten fortsetzen. Während der US-amerikanische Opel-Mutterkonzern den Finanzinvestor RHJ International bevorzugt, haben sich die Deutschen für Magna ausgesprochen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (Foto: AP)

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Freitag, er halte das Angebot des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna weiterhin für die vernünftigste Lösung "im Sinne der Beschäftigten und im Sinne der deutschen Steuerzahler".

Könnten sich Politik und GM nicht auf ein Übernahmekonzept einigen, wäre auch eine Insolvenz möglich. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte diese Option anders als andere Regierungsvertreter immer wieder ins Spiel gebracht und war dafür von vielen Seiten kritisiert worden. In Verhandlungskreisen wird aber eher erwartet, dass Berlin und Washington auf "höchster politischer Ebene" eine Entscheidung herbeiführen werden. (sas/mas/dpa/rtr)

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