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Fußball

Magaths Paukenschlag

Saisonbilanz: Wolfsburg, das Duo Grafite und Dzeko sowie Hoffenheim schreiben Geschichte. Die Zuschauer sorgen für einen neuen Rekord und fünf Trainer müssen gehen.

Wolfsburgs Trainer Felix Magath trinkt aus einem riesigen Bierglas. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff schaut ihm zu (Foto: AP)

"Hast du dir verdient Felix", scheint Ministerpräsident Wulff zu sagen

Felix Magaths Meistercoup war die Krönung einer tollen 46. Bundesliga-Saison. "Ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Wir haben auch über die gesamte Saison starke Leistungen gebracht, deshalb würde ich sagen: Wir sind verdient Meister geworden."

Wer hätte das vor der Saison gedacht? Den VfL Wolfsburg hatte nun wirklich niemand auf der Rechnung. Der erste Meistertitel der Vereinsgeschichte für die "Wölfe" war das verdiente und passende Ende einer der spannendsten und spektakulärsten Spielzeiten aller Zeiten. Bis zum Saisonfinale gab es ein Fußball-Drama um Titel, Klassenverbleib und Europacup-Startplätze.

Torschützenkönig Grafite reckt die Meisterschale in die Höhe (Foto: AP)

Überglücklich: Torschützenkönig Grafite

Die Fans kamen voll auf ihre Kosten. Schon wieder gab es einen neuen Rekord: Über die gesamte Saison strömten über 13 Millionen Zuschauer in die Stadien. Den größten Andrang gab es bei Borussia Dortmund. Der neue Trainer Jürgen Klopp elektrisierte von Beginn an die Fans und nach einer mittelmäßigen Hinrunde im Saisonendspurt auch die Mannschaft. Sieben Siege in Serie. Das ist Vereinsrekord. Und am Ende schrammte Klopp mit seiner Truppe doch haarscharf am internationalen Geschäft vorbei. "Also viel beschissener kann es nicht laufen. Die Saison hat uns ganz viel gebracht, nur halt keinen UEFA-Cup-Platz. Das ist die Scheiße an der Geschichte."

Hamburg bricht ein, Stuttgart holt auf

Stuttgarts Gomez bejubelt eines seiner 24 Tore (Foto: AP)

Stuttgarter Erfolgsgarant: Mario Gomez traf 24 Mal

Zumindest ein kleines Happy-End gab es nach den letzten 90 Minuten der Saison für den Hamburger SV. Der HSV war eine der stärksten Mannschaften der Spielzeit, hoffte lange sogar auf drei Titel. Doch dann kam das bittere Ende. Pleiten, vor allem in vier Spielen binnen 19 Tagen gegen Bremen, beendeten den Traum vom UEFA-Cup, dem DFB-Pokal und der Meisterschale. Quasi erst mit dem Abpfiff des 34. Spieltags schafften die Hamburger als Fünfter doch noch den Startplatz fürs internationale Geschäft, die neue Europa League, die den UEFA-Cup ersetzt.

Riesenjubel gab es beim VfB Stuttgart, obwohl die Meisterschaft, die bis zum letzten Spieltag auch noch möglich war, nicht gewonnen wurde. Trainer Markus Babbel übernahm die Mannschaft auf Rang elf, legte eine beachtliche Serie mit nur zwei Niederlagen hin und erreichte Rang drei. Die Qualifikation zur Champions-League, das große Geld, ist für den VfB möglich.

Hoffenheim: Erst Top, dann Flop

Hoffenheims Vedad Ibisevic lacht nach einem Tor (Foto: AP)

Mit 18 Toren der Held der Hinrunde: Hoffenheims Vedad Ibisevic

Unter dem Strich nur den Klassenerhalt hat die Saison 1899 Hoffenheim gebracht. Der Aufsteiger verzauberte in der Hinrunde die Bundesliga mit schnellem, modernem Fußball, wurde Herbstmeister und stürzte in der Rückrunde ebenso spektakulär ab. Nach 34 Spieltagen landete Hoffenheim nur auf Rang sieben, so schlecht war kein Herbstmeister zuvor. Eine Saison als Wechselbad der Gefühle: "Wir hatten eine ungewöhnliche Hinrunde und in der Rückrunde haben wir erlebt, wie die andere Seite des Fußballs aussieht", fasste Trainer Ralf Rangnick treffend zusammen.

Immerhin, Rangnick blieb trotz des Absturzes Trainer in Hoffenheim. Fünf seiner Kollegen erwischte es dagegen. Den prominentesten Rauswurf leistete sich der FC Bayern München. Jürgen Klinsmann, vor der Saison als Heilsbringer gefeiert, krempelte den Verein komplett um und scheiterte kurios. Großen Worten – "Mein Ziel ist es, jeden Spieler jeden Tag besser zu machen" – folgten große Niederlagen. "Ich glaube nicht, dass ich mir Sorgen um meine Zukunft machen muss. Es geht nicht um meine Person. Es geht um den FC Bayern", sagte Klinsmann. Ein paar Tage später wurde er gefeuert.

Besser als Hoeneß und Müller

Kurios war auch die Entscheidung des Trainers und Machers der Saison: Felix Magath gewinnt mit Wolfsburg den Titel und geht dann zu Schalke 04. Eigentlich ein Rückschritt, verzichtet er damit doch auf die Champions-League. Mit Schalke wird er in der kommenden Saison nur Bundesliga spielen dürfen.

Die Spieler der Saison sind das Wolfsburger Sturmduo Grafite und Dzeko, die gemeinsam unglaubliche 54 Tore schossen und damit das bisher beste Bundesliga-Duo aller Zeiten – Gerd Müller und Uli Hoeneß mit damals 53 Treffern – ablösten.

Autor: Benjamin Wüst
Redaktion: Stefan Nestler

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