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Kultur

Madonnas unbefleckte Empfängnis

Nach heftiger Kritik an ihren Adoptionsplänen hat sich die US-Popsängerin Madonna in einem offenen Brief zur Wehr gesetzt. Zuvor war ihr afrikanisches Adoptivkind in ihrer Stadtvilla eingetroffen.

Madonna während eines Konzerts in Düsseldorf (Archiv)

Madonna während eines Konzerts in Düsseldorf (Archiv)

Madonna kniet auf dem Boden und fasst einem Kind ans Ohr, während weitere Kinder um sie herumstehen

Madonna mit Kindern in Malawi

Das Hin und Her um die Adoption eines kleinen Jungen aus Afrika hat für die Popsängerin Madonna ein glückliches Ende genommen - zumindest vorläufig. Der 13 Monate alte David aus Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, traf am Dienstag (18.10) nach elfstündigem Flug mit einer Linienmaschine aus Südafrika in London ein. Das Kind landete nach elfstündigem Flug in Begleitung mehrerer Erwachsener auf dem Flughafen Heathrow.

Wartende Fotografen

Polizisten schleusten die Gruppe an den wartenden Fotografen vorbei. Eine Frau trug den mit T-Shirt und kurzen Hosen bekleideten Jungen auf dem Arm. Viel war von David nicht zu sehen: Er wurde unter einer grauen Jacke versteckt. Über einen Hinterausgang wurden das Kind und seine Begleiter zu einem Minivan gebracht, der zu Madonnas Stadtvilla fuhr.

Die 48-jährige Madonna und ihr britischer Ehemann Guy Ritchie (38), die bereits zwei Kinder haben, bekamen das Sorgerecht für die Halbwaise zunächst allerdings nur für 18 Monate. Die Adoption war in letzter Minute nochmals in Gefahr geraten, weil eine Gruppe von Hilfsorganisationen aus Malawi die Ausreise des Jungen vor Gericht stoppen wollte. Sie halten die Adoption durch eine Ausländerin, die sich nie länger in Malawi aufgehalten hat, für gesetzwidrig.

Erneute Überprüfung

Schließlich bekamen Madonna und Ritchie von Richter Andrew Nyirenda für anderthalb Jahre das Sorgerecht zugesprochen. Die Entscheidung soll von den Behörden in Malawi und Großbritannien nochmals überprüft werden. Madonna war am Freitag vergangener Woche zunächst ohne den Jungen nach London zurückgekehrt. Begründet wurde dies damit, dass David noch die Ausreisepapiere fehlten.

Madonna, die ein geschätztes Jahreseinkommen von 40 Millionen Euro hat, verteidigte die Adoption des Jungen und betonte, sie habe dabei alle Gesetze eingehalten. In einem offenen Brief erklärte die Sängerin, sie und ihr Ehemann hätten sich schon vor Monaten um die Adoption des Jungen bemüht. Da es sich um eine Privatangelegenheit handele, habe sie darüber aber nicht in der Öffentlichkeit gesprochen.

Spenden für ein Waisenhaus

Sie wolle nicht nur ihre Familie vergrößern, sondern es einem Kind ermöglichen, einem Leben in Armut zu entkommen, erklärte Madonna. Die Entscheidung für die Adoption hätten sie und ihre Familie nicht auf die leichte Schulter genommen. Berichte, wonach sie Gesetze umgangen habe, seien "vollkommen falsch".

Die malawische Regierung wies Vorwürfe zurück, bei der Adoption sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Ein Sprecher des Sozialministeriums sagte im südafrikanischen Rundfunksender SAFM: "Es war kein Geld im Spiel. Und die Regierung hat auch das Recht, die entsprechenden Entscheidungen zu treffen." Der Vater des Jungen - die Mutter starb kurz nach der Geburt - hat in die Adoption eingewilligt.

Bei ihrem Aufenthalt in Afrika hatte Madonna angekündigt, dass sie mit ihrer Hilfsorganisation "Raising Malawi" ein Hilfszentrum für 4000 andere Waisenkinder aufbauen will. In dem südostafrikanischen Land wachsen schätzungsweise eine Million Kinder ohne Eltern auf. (stu)

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