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Aktuell Europa

Madonna ruft zu Toleranz für Homosexuelle auf

US-Popstar Madonna hat sich bei ihrem Konzert in St. Petersburg für die Rechte von Homosexuellen eingesetzt. In der russischen Millionenstadt ist das verboten.

"Zeigt Eure Liebe und Unterstützung für die homosexuelle Gemeinschaft", rief Madonna ihren jubelnden Fans in der russischen Metropole zu. Auf ihren Rücken hatte sie sich zudem «No Fear!» (Keine Angst) geschrieben.

Die 53-jährige Sängerin hatte als Zeichen ihrer Solidarität mit den in Russland ausgegrenzten Schwulen und Lesben rosafarbene Armbänder an die Fans verteilen lassen. "Wir wollen für das Recht kämpfen, frei zu sein. Ich reise viel herum in der Welt und habe erlebt, dass die Menschen immer intoleranter werden", beklagte der US-Star. "Aber wir können das ändern. Wir haben die Kraft", sagte Madonna nach Angaben der Agentur Interfax.

Homosexualität ist in Russland seit Anfang der 1990er Jahre kein Straftatbestand mehr. In St. Petersburg und mehreren anderen russischen Städten gibt es aber  Bestimmungen, die öffentliches Reden über Homosexualität als sogenannte Schwulenpropaganda verbieten. Kundgebungen Homosexueller sind verboten, wenn Minderjährige zusehen könnten.

Proteste von Konservativen

Vor dem Konzert hatten auf der Straße zahlreiche russisch-orthodoxe Christen mit schwulenfeindlichen Losungen demonstriert. Politiker und erzkonservative Christen kündigten an, Videoaufnahmen von der Madonna-Show auszuwerten. Ein Stadtparlamentarier der Regierungspartei Geeintes Russland drohte mit einer Anzeige, sollte Madonna gegen das Verbot von "Schwulenpropaganda" verstoßen haben.

Video ansehen 01:21

Madonna fordert Freilassung von Pussy Riot (07.08.2012)

Madonna hatte sich bereits bei ihrem Konzert in Moskau für die Rechte Homosexueller eingesetzt und sich mit den Musikerinnen der Punkband "Pussy Riot" solidarisiert. Die drei jungen Frauen sind wegen einer gegen Präsident Wladimir Putin gerichteten Performance in einer Moskauer Kathedrale angeklagt. Das Urteil wird für nächsten Freitag erwartet. Die Staatsanwaltschaft fordert jeweils drei Jahre Haft. Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin  beschimpfte die US-Sängerin wegen ihres Moskauer Auftritts auf Twitter als "Hure".

wl/SC (dpa, afp,rtre)

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