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Amerika

Madoff zu Höchststrafe verurteilt

Er hat tausende Kunden geprellt, soll Anleger mit einem Schneeball-System um bis zu 65 Milliarden Dollar geschädigt haben. Jetzt verurteilte ein Gericht in New York Bernard Madoff zur Höchststrafe.

Bernard Madoff (Foto: AP)

Bernard Madoff

Bernard Madoff wird das Gefängnis wohl nicht mehr lebend verlassen: Der 71-jährige Ex-Broker wurde am Montag (29.06.2009) zu 150 Jahren Haft verurteilt. Dies teilte das zuständige Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Manhattan am Montag mit. Das Verbrechen sei "außergewöhnlich teuflisch", urteilte Richter Denny Chin.

Anleger um bis zu 65 Milliarden Dollar geprellt

Madoff als erfolgreicher Broker, Aufnahme 1999 (Foto: AP)

Madoff 1999 als erfolgreicher Broker

Im größten Betrugsfall der Wall-Street-Geschichte hatte der Finanzjongleur mit einem Schneeball-System weltweit tausende Anleger um riesige Summen geprellt. Mit dem Geld immer neuer Anleger zahlte er anderen Anlegern angebliche Gewinne aus Aktiengeschäften aus, die er gar nicht getätigt hatte.

Madoff hatte sich im März schuldig bekannt. Bislang wurde eine Schadenssumme von 13 Milliarden Dollar nachgewiesen, möglicherweise beläuft der Schaden sich aber auf bis zu 65 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro).

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert, die Verteidigung dagegen auf Milde und nur auf zwölf Jahre Haft plädiert. Madoff habe mit den Behörden kooperiert und auch nicht versucht, zu fliehen, so sein Anwalt. Lange zu leben habe er statistisch ohnehin nicht mehr.

Madoff: "Fürchterlicher Fehler"

Michael De Vita, eines von Madoffs Opfern, spricht mit Reportern vor dem Gericht (Foto: AP)

Michael De Vita, eines von Madoffs Opfern, spricht mit Reportern vor dem Gericht

Der Ex-Broker hatte zuvor nochmals Reue gezeigt. Er habe einen "fürchterlichen Fehler" begangen, betonte er im Gerichtssaal. An die Opfer gewandt sagte Madoff: "Es tut mir leid. Ich weiß, das hilft Ihnen nichts." Es kamen auch stellvertretend einige Opfer zu Wort. Manche von ihnen haben ihre gesamten Ersparnisse verloren und müssen nun mit Hilfe staatlicher Essensmarken leben.

Der Finanzjongleur gibt an, ganz allein und ohne Wissen anderer gehandelt zu haben. Auch seine 68-jährige Ehefrau Ruth soll nach seiner Aussage nichts geahnt haben. (heb/mas/afp/ap/dpa)

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