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Kultur

Madeleines Mutter verdächtig

Die Mutter der an der Algarve verschwundenen vierjährigen Madeleine ist zur Verdächtigen erklärt worden, berichten britische Medien. Die portugiesische Polizei begründe den Schritt mit neuen Untersuchungsergebnissen.

Mann und Frau sitzen hinter Tisch. Er hält Foto eines Mädchens hoch (Quelle: AP)

Madeleines Eltern bei einer Pressekonferenz Anfang Juni in Berlin

Die britische Nachrichtenagentur PA und die BBC meldeten am Freitagmorgen (7.9.07) unter Berufung auf einen Sprecher der Familie, dass Madeleines Mutter Kate McCann zur Verdächtigen erklärt werde. McCann war von der portugiesischen Polizei bis in den frühen Morgen hinein elf Stunden lang befragt worden. Als sie die Polizeiwache in Portimao verließ, wirkte sie erschöpft und müde. Ihr Anwalt Carlos Pinto de Abreu sagte nach der Vernehmung noch, seine Mandantin sei "weiterhin eine Zeugin".

Neue Untersuchungsergebnisse


Die Vernehmung des Vaters der vor vier Monaten verschwundenen Madeleine war für Freitag anberaumt. Die portugiesischen Behörden nahmen zunächst nicht Stellung. Der Polizei lagen nach eigenen Angaben neue Untersuchungsergebnisse in dem Fall vor, die zur Befragung der Eltern führten. Zu den Einzelheiten wollten sich die Behörden nicht äußern. Die Untersuchungen der Kleidung und anderer in dem Appartement gefundener Gegenstände wurden von einem britischen Labor durchgeführt.

Die Einstufung als "Arguido" (Verdächtiger) bedeutet nicht, dass Kate McCann festgenommen wird oder unter Anklage steht. Nach portugiesischem Recht darf sie als offiziell Verdächtige die Aussage verweigern und kann Ansprüche auf Vertretung durch ihre Anwälte geltend machen. Bislang galt ein Brite als der einzige Verdächtige. Er wohnt in der Nähe der Ferienanlage. Sein Haus wurde zweimal durchsucht.

Europaweite Kampagne

Papst schaut auf Foto, dass ihm Madeleines Eltern zeigen (Quelle: AP)

Auch der Papst traf die Eltern (Archivbild)

Madeleines Eltern haben eine Aufsehen erregende Kampagne gestartet, um das Interesse am Fall ihrer Tochter wach zu halten. Sie reisten quer durch Europa und ließen unter anderem in Rom ein Bild des Mädchens von Papst Benedikt XVI. segnen. Britische Unternehmer und Prominente, darunter "Harry-Potter"-Autorin J.K. Rowling, spendeten Geld für eine Belohnung, die für eine Rückkehr des Kindes ausgesetzt wurde. Die Eltern haben auch eine Internet-Kampagne gestartet, die helfen soll, vermisste Kinder zu finden. Auf diesem Weg kamen bislang Spenden von einer Million Pfund (1,5 Millionen Euro) zusammen.

Nach britischen Medienberichten geht die portugiesische Polizei inzwischen davon aus, dass das Mädchen nicht mehr am Leben ist. In Londoner Zeitungen wurde am Freitag erneut über mögliche Verdachtsmomente der Polizei gegen die Eltern von Madeleine spekuliert. Eine portugiesische Zeitung schrieb schon vor mehreren Wochen, die Polizei sei sich inzwischen sicher, dass die Eltern Anfang Mai ihre damals drei Jahre alte Tochter aus Versehen getötet hätten, etwa mit einer Überdosis von Beruhigungsmitteln.

Als Madeleine verschwand, hatten die aus Großbritannien stammenden Eltern ihre drei Kinder schlafend im Appartement zurückgelassen, während sie 50 Meter entfernt in der Ferienanlage beim Abendessen waren. (rri)

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