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Kultur

"Madame Eiffel": Zauberhafte Bilderbuch-Hommage an die Stadt der Liebe

Dass die Terrorangriffe von Paris nicht dem Eifelturm, dem nationalen Symbol Frankreichs, galten, verwundert eigentlich. Ein Kinderbuch erzählt jetzt seine Geschichte als Hommage an die Stadt der Liebe: "Madame Eiffel“.

Als höchstes Bauwerk prägt er bis heute das Pariser Stadtbild. Mit rund sieben Millionen Besuchern im Jahr gehört er zu den meistbesuchten Wahrzeichen der Welt. Der Eiffelturm wurde in den Jahren 1887 bis 1889 erbaut - als monumentales Eingangsportal und Aussichtsturm für die Weltausstellung. Und zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution. Er gilt als Ikone der Architektur und der Ingenieurskunst im Industriezeitalter. Dass der Turm jetzt, nach den Terrorakten, in den Farben der Tricolore erstrahlen, dass er zum Peace-Zeichen stilisiert durch die sozialen Netzwerken rasen würde - sein Erbauer Gustav Eiffel hätte sich verwundert die Augen gerieben.

Bildergalerie Eiffelturm Gustave Eiffel

Gustave Eiffel

Nicht weniger freilich bei der Lektüre von "Madame Eiffel", eines bemerkenswerten Bilderbuchs der französischen Autorin Alice Briere-Haquet. Die New York Times hat die sehr heitere und phantasievolle - fiktive - Geschichte, wie es zum Bau des Eiffelturms kam, zu einem der am besten illustrierten Kinderbücher des Jahres 2015 gekürt. Wunderbar leicht und verspielt bebildert hat es die französische Illustratorin Csil. Ihre zarten Schwarz-Weiß-Zeichnungen hat sie nur stellenweise behutsam mit etwas Rosa hinterlegt, was wunderbar zum Inhalt dieser romantischen Liebesgeschichte passt.

Hommage an die Stadt der Liebe

Monsieur und Madame Eiffel sind ein glückliches Paar. Sie leben in der romantischsten Stadt der Welt und genießen das Leben zu zweit. Doch eines Tages erkrankt Madame Eiffel und "selbst die bekanntesten und klügsten, weisesten Doktoren" können ihr nicht helfen. Sie wissen keinen Rat - außer "Viel Frische Luft“! Aber Madame ist viel zu krank, um auf Reisen zu gehen. Zum Glück weiß ihr Mann, der kluge, findige und schwer verliebte Ingenieur, Rat.

Er eilt in seine Werkstatt und "schuftet von 10 bis 10". Nur zum Essen eilt er nach Hause - und um seine Frau zu küssen. So geht das eine ganze Woche, bis er seine Liebste eines Tages auf die dritte Etage des von ihm konstruierten Eiffelturms trägt. Dort bekommt sie so viel frische Luft, dass sie wieder gesundet.

Das letzte Bild des Buches zeigt die beiden Eiffels. Sie stehen Hand in Hand auf dem Eiffelturm, ihre einander zugeneigten Körper werfen lange Schatten im Abendlicht. Nicht erst das ist ein wunderbares Bild für die Kraft der Liebe und der Fantasie. Und so zeigt das im Berliner "Die Gestalten Verlag" erschienene Bilderbuch, wozu Literatur imstande ist – ein Zeichen zu setzen gegen die zerstörerische Kraft des Hasses, des religiösen Fanatismus. Hier kann man den Eiffelturm wieder als das sehen, was er ist: als das Wahrzeichen der Stadt der Liebe.

"Madame Eiffel - die wunderbare Geschichte des Eiffelturms" von Alice Brière-Haquet und der Illustratorin Csil ist im Berliner Gestalten Verlag erschienen und hat 32 Seiten.

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