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Frankreich

Macrons Kabinett steht

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hat seine Regierungsmannschaft vorgestellt. Aus dem Kabinett seines Vorgängers hat er Jean-Yves Le Drian übernommen, ihm aber ein anderes Ressort übertragen.

Frankreich Emmanuel Macron mit Jean-Yves Le Drian (Getty Images/AFP/D. Meyer)

Der Präsident und sein Außenminister: Jean-Yves Le Drian (l.)

Drei Tage nach dem Amtsantritt hat der sozialliberale neue Präsident Macron seine Regierungsmitglieder benannt. Wie angekündigt kommen die Minister aus verschiedenen politischen Lagern.

Bunte Regierungsmannschaft

Europa- und Außenminister wird der bisherige Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian von den Sozialisten. Der 69-jährige Bretone sprach Macron einen Monat vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl seine Unterstützung aus.

Das Wirtschaftsressort übernimmt der Konservative Bruno Le Maire, wie der Élysée-Palast bekanntgab. Die liberale Europaabgeordnete Sylvie Goulard von der Zentrumspartei MoDem wird Verteidigungsministerin. MoDem-Chef François Bayrou wird Justizminister. Im Februar verzichtete er auf eine eigene Präsidentschaftskandidatur und schloss ein Bündnis mit Macron. Auch bei der Parlamentswahl im Juni tritt seine Partei zusammen mit Macrons Bewegung "La République en Marche" an.

Das Innenministerium, das nach der Terrorserie der vergangenen Jahre großes Gewicht hat, übernimmt Gérard Collomb. Der Senator und Bürgermeister von Lyon ist einer von Macrons Unterstützern der ersten Stunde. Zum Umweltminister wurde der bekannte Umweltaktivist und frühere Fernsehmoderator Nicolas Hulot ernannt.

Junior im Kabinett ist 34 Jahre alt

Haushaltsminister wird der erst 34-jährige Gérald Darmanin aus dem konservativen Lager. Er war bislang Bürgermeister der nordfranzösischen Stadt Tourcoing und saß bereits mehrere Jahre als Abgeordneter in der Nationalversammlung.

Insgesamt gehören der neuen Regierung 22 Minister und Staatssekretäre an. In ihr sind gleiche viele Frauen wie Männer vertreten. Zu ihrer ersten Kabinettssitzung kommt die Regierung am Donnerstagvormittag zusammen.

Bereits am Montag hatte Macron den Konservativen Edouard Philippe zum Premierminister gemacht, der zum moderaten Flügel der bürgerlichen Partei Die Republikaner zählt.

Macron will das traditionelle Links-Rechts-Schema der französischen Politik durchbrechen. Durch die Einbindung moderater Konservativer will er das bürgerliche Lager vor den Parlamentswahlen im Juni für seinen Reformkurs gewinnen. Sollte ihm das nicht gelingen und Macron keine eigene Mehrheit in der Nationalversammlung bekommen, könnten nach der Parlamentswahl am 11. und 18. Juni die Karten neu gemischt werden.

qu/sti (afp, rtr, dpa)

 

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