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Showdown beim Handshake

Macron wollte sich mit Händedruck bei Trump Respekt verschaffen

Sein ausgedehnt langer Handschlag mit dem US-Präsidenten in Brüssel war schon vielfach belächelt worden: Endlich mal einer, der Trump Paroli bietet. Was sagt Frankreichs Staatschef Macron selbst dazu?

"Mein Händedruck mit ihm war nicht ohne Hintergedanken", enthüllte jetzt der französische Präsident. Diese Geste zur Begrüßung von Donald Trump (Artikelfoto) sei durchaus "nicht unschuldig" gewesen, erläuterte Emmanuel Macron der Zeitung "Le Journal du Dimanche". Es habe sich um einen "Moment der Wahrheit" gehandelt. 

Soll heißen: Der französische Neuling auf der politischen Bühne in Brüssel wollte sich mit einem langen und betont festen Händedruck beim Präsidenten der USA Respekt verschaffen. Der Handshake vor den Kameras der internationalen Medien hatte für amüsierte Aufmerksamkeit gesorgt und war meist wohlwollend kommentiert worden. Während der Rest der Europäer beim NATO-Gipfel vor Trump gekuscht habe, sei wenigstens Macron standhaft geblieben, hieß es oft.      

"Man muss zeigen, dass man keine kleinen Zugeständnisse macht, nicht einmal symbolisch", meinte nun auch der Franzose selbst gegenüber der Sonntagszeitung. Trump sowie die Staatschefs der Türkei und Russlands, Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin, verfolgten eine Logik der Stärke, die ihn nicht störe, so Macron. Er glaube jedoch nicht an eine Diplomatie der öffentlichen Schmähung, sondern an den Dialog. Er werde da "nichts durchgehen lassen". So verschaffe man sich Respekt.   

Belgien Donald Trump und Emmanuel Macron auf dem NATO Treffen in Brüssel (Getty Images/AFP/M. Ngan)

Der viel diskutierte Handschlag der "weißen Knöchel" (white-knuckle handshake)

Macron hatte aber auch Lob für Trump. Der könne in direktem Kontakt durchaus zuhören und lernen und sei offener als man ihm nachsage. "Er mag den direkten Kontakt und ist in der Lage, seine Position zu ändern."

Die Händedrucke des früheren TV-Stars Trump sind berüchtigt. Während seiner Präsidentschaft sorgten sie schon wiederholt für Aufsehen. So hielt er peinlich lange die Hand des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Eine umfangreiche Berichterstattung gab es zudem über den ausgebliebenen Handschlag mit Kanzlerin Angela Merkel für Fotografen im Oval Office.

SC/HF (rtr, afpe, dpa)

 

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