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Nach Frankreichwahl

Macron will gespaltenes Frankreich einen

Der Sieg war klar, Europa atmet auf: Emmanuel Macron zieht als jüngster französischer Präsident in den Eylsée-Palast ein. Doch der frühere Wirtschaftsminister und Banker steht vor gewaltigen Herausforderungen.

Frankreich Holland und Macorn beim Gedenken in Paris (Getty Images/AFP/S. De Sakutin)

Historischer Machtwechsel: Der künftige und der scheidende Präsident bei der Gedenkfeier zum Jahrestag des Kriegsendes

Der erste öffentliche Auftritt ließ nicht lange auf sich warten: Am Vormittag nach seiner historischen Wahl nahm Emmanuel Macron an der Seite des scheidenden Präsidenten François Hollande an der Gedenkzeremonie zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg teil. Der Tradition gemäß legte Hollande zunächst einen Kranz an der Statue von Charles de Gaulle an der Champs-Elysées nieder, danach wohnten beide Politiker einer Zeremonie am Triumphbogen bei.

Der Wahlausgang mit 66,1 Prozent der Stimmen für Macron wurde international mit Erleichterung aufgenommen - zu den Gratulanten gehörten unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und die EU-Spitze. Auch die Finanzmärkte reagierten positiv auf den Erfolg des sozialliberalen Pro-Europäers: Die Börsen in Asien und Australien begannen den Handel zum Wochenstart deutlich im Plus.

"Mit allen Kräften gegen die Spaltung kämpfen"

Dabei steht der 39-jährigen Parteiunabhängige vor großen Aufgaben. Nach seinem Sieg gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen hatte der künftige Präsident erklärt, das zerrissene Land wieder einen zu wollen. Er werde "mit allen Kräften gegen die Spaltung kämpfen, die uns zermürbt und entmutigt", hatte der Mitte-Links-Politiker am Sonntagabend erklärt – und versprochen, die Wut und die Sorgen der Wähler von Le Pen ernstzunehmen.

Die 48-Jährige war mit 33,9 Prozent der Stimmen Macron zwar deutlich unterlegen, holte aber das beste Ergebnis in der Geschichte ihrer rechtsextremen Partei Front National. Gut 10,6 Millionen Franzosen gaben Le Pen ihre Stimme.

Frankreich Unterstützer von Emmanuel Macron feiern nach der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen 2017 (picture alliance/dpa/AP/L. Cipriani)

Was folgt auf die Euphorie? Um seine Reformpläne umzusetzen, muss Macron auch bei den Parlamentswahlen punkten

Macron braucht Mehrheit bei Parlamentswahlen

Macron, der am kommenden Sonntag die Macht im Elysée-Palast übernimmt, will noch am Montag den Vorsitz der gut vor einem Jahr von ihm gegründeten Bewegung "En Marche!" niederlegen, wie es aus seinem Umfeld verlautete. "En Marche!" bringt sich derweil für die in rund sechs Wochen stattfindenden Parlamentswahlen in Stellung.

Für Macron ist das essentiell: Ohne Mehrheit in der Nationalversammlung wäre der künftige Präsident gezwungen, eine Regierung zu ernennen, der auch Politiker eines anderen politischen Lagers angehören - ein Umstand, der seinen Handlungsspielraum stark einschränken könnte. Eine solche "Kohabitation" gab es zuletzt von 1997 bis 2002 unter Präsident Jacques Chirac.

Hollande verabschiedet sich von Merkel

Marine Le Pen ließ bereits durchblicken, dass sie ihre Partei im Juni in die Parlamentswahlen führen will. Dem Front National stehe ein "tiefgreifender Umbau" bevor. Vize Florian Philippot sagte, seine Partei werde sich in eine neue politische Kraft unter einem anderen Namen verwandeln.

Noch gilt die Aufmerksamkeit allerdings dem Machtwechsel in Paris. Am Abend verabschiedet sich Noch-Präsident Hollande in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die freut sich laut Regierungssprecher Steffen Seibert darauf, "im Geist der traditionell engen deutsch-französischen Freundschaft vertrauensvoll mit dem neuen Präsidenten zusammenzuarbeiten."

hk/sti (dpa, ap)