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Politik

Machtwechsel mit neuen Tönen

Die griechischen Zyprioten haben einen neuen Präsidenten gewählt. Oppositionskandidat Tassos Papadopoulos kam auf 51,5 Prozent der Stimmen, der amtierende Präsident Glafkos Klerides auf 38,8 Prozent.

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Papadopoulos bat Amtsvorgänger Klerides bereits um Hilfe

Tassos Papadopoulos ist der neue Präsident Zyperns. Sein Sieg kam nicht überraschend. Überraschend war nur, dass er in der ersten Wahlrunde die absolute Mehrheit erlangte - zum ersten Mal seit 1983. Nach seinem Wahlsieg am Sonntag (16. Februar 2003) bedankte sich das neugewählte Staatsoberhaupt bei seinem Volk und erklärte, dass er in Zukunft Präsident aller Zyprioten sein möchte. Gleichzeitig unterstrich er, dass er sich im Rahmen des UN-Friedensplans um eine Lösung des Zypern-Problems bemühen werde.

"Gesellschaft der Versöhnung"

Papadopoulos unterstrich, dass das Volk sich mit der Wahl für einen politischen Wechsel entschieden habe. Es habe ihm den Auftrag gegeben, "eine Gesellschaft der Versöhnung aufzubauen". Er versicherte, die neue Regierung werde eine Regierung der Einheit und des Zusammenhalts sein. Der Wahlsieger wandte sich auch an die türkischen Zyprioten und versprach, dass er "zum Vorteil beider Seiten an einer gerechten und nachhaltigen Lösung des Zypern-Problems arbeiten werde". Außerdem wolle er alles dafür tun, damit ein wiedervereinigtes Zypern in die EU aufgenommen werde.

Diese Zugeständnisse kommen für Beobachter überraschend. Papadopoulos hatte bisher stets eine härtere Linie als sein Vorgänger Glafkos Klerides vertreten, der die Inselrepublik an die Schwelle der EU-Mitgliedschaft gebracht hatte. Vor der Wahl hatte Papadopoulos noch getönt, mehr Zugeständnisse aus den Insel-Türken herausholen zu wollen.

Klerides soll helfen

Nun lobte Papadopoulos seinen Gegner Klerides für dessen Wiedervereinigungsbemühungen und für den Erfolg bei der Aufnahme Zyperns in die EU. Er bot dem "alten Mann" sogar an, mit ihm zusammenzuarbeiten. Klerides willigte ein und versprach ihm Unterstützung. Er wolle den neuen Präsidenten bei den anstehenden Gesprächen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan begleiten.

Auch der dritte Kandidat, Alekos Markides, der 6,6 Prozent der Stimmen erhielt, gratulierte dem Gewinner der Wahl. Er fügte hinzu, dass der Wahlkampf unter sehr schwierigen Bedingungen stattgefunden habe. Das politische Umfeld Zyperns sei stark polarisiert. Die Stimmen, die er erhalten habe, hätten den Wunsch demonstriert, diese Polarisierung aufzuheben. Er betonte jedoch auch: "Was uns (Kandidaten) einigt, ist mehr, als was uns trennt. Uns einigt vor allem alles, was für Zypern von Vorteil ist."

Ohne Türken in die EU?

Am 26. Februar wird UN-Generalsekretär Kofi Annan die geteilte Insel besuchen, um den Prozess der Wiedervereinigung Zyperns weiter voranzutreiben. Wahlsieger Papadopoulos spielte bisher nur eine marginale Rolle bei den Verhandlungen. Aus diesem Grund wird er den erfahrenen Klerides als Verhandlungshelfer benötigen. Sollten die beiden Volksgruppen keine Annäherung erzielen, will die EU allein die international anerkannte Republik Zypern mit Wirkung zum 1. Mai 2004 in die Union aufnehmen.

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