1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Machtwechsel im Senegal scheint möglich

Ex-Premier Macky Sall könnte an diesem Sonntag Nachfolger des umstrittenen senegalesischen Staatschefs Wade werden. Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt schart sich die gesamte Opposition um den Herausforderer.

Sall wird von allen anderen zwölf Gegenkandidaten unterstützt, die nach der ersten Wahlrunde am 26. Februar ausgeschieden waren. Alle Herausforderer zusammen erhielten damals etwa 60 Prozent der Stimmen. Knapp 35 Prozent der rund fünf Millionen Wähler entschieden sich für den 85-jährigen Amtsinhaber Abdoulaye Wade.

Unterdessen wird von Polizeigewalt am Rande der Stichwahl berichtet. Polizisten hätten Tränengas auf eine Menschenmenge vor einem Wahllokal gefeuert. Dort sei Amtsinhaber Wade zur Abstimmung erwartet worden.

Dem ersten Wahlgang waren wochenlange gewaltsame Proteste vorangegangen. Vor allem junge Leute gingen auf die Straße, um Wades Rückzug nach zwölf Amtsjahren zu verlangen. Bei Ausschreitungen wurden sieben Menschen getötet.

Unbeliebter Amtsinhaber

Wade kandidiert für eine dritte Amtszeit, obwohl die Verfassung nur zwei erlaubt. Der oberste Gerichtshof ließ seine neuerliche Kandidatur zu, weil der entsprechende Verfassungsartikel erst in Kraft getreten sei, als Wade schon Präsident war. Das Vorgehen wird aber allgemein als Trick kritisiert.

Senegalesischer Präsident Abdoulaye Wade (Foto: dapd)

Seine Tage im Amt sind möglicherweise gezählt: Präsident Abdoulaye Wade

Grund für Wades Unbeliebtheit ist auch die schlechte wirtschaftliche Lage im Senegal. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 50 Prozent und trifft vor allem junge Männer und Frauen. Der Anstieg der Lebensmittelpreise und die allgemeine Teurung verschlechterten die Lage in dem westafrikanischen Land zusätzlich.

Mutiger Gegenkandidat

Video ansehen 01:10

Senegal wählt neuen Präsidenten

Der 50-jährige Sall war früher Ministerpräsident und gehörte lange zu Wades Vertrauten. Zum Bruch zwischen den beiden kam es, weil der Präsident versuchte, seinen Sohn Karim als Nachfolger aufzubauen. Obwohl Karim als Kronprinz und deshalb als unantastbar galt, lud Sall ihn 2009 vor das Parlament, um seinen Umgang mit öffentlichen Mitteln zu durchleuchten.

Dieser mutige Schritt brachte ihm viel Anerkennung ein. Für die Opposition machte ihn die Aktion zu einem Kandidaten, hinter dem sie sich nun geschlossen versammeln kann.

Zu Salls Unterstützern zählt auch Weltmusik-Star Youssou N'Dour. Der 52 Jahre alte Sänger selbst war von den Richtern als Kandidat ausgeschlossen worden, weil er angeblich zu wenig Unterstützer-Unterschriften gesammelt hatte.

gri/hp (epd, dpa, afp, ape)

Audio und Video zum Thema