1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Macht

Die Knie zittern, die Hände schwitzen, der Bauch kribbelt – wer verliebt ist, der verliert häufig alle Macht über sich selbst. Ganz machtlos kann man auf einmal nichts mehr machen – außer vielleicht in Ohnmacht fallen.

Um es vorweg zusagen: natürlich hat das Wort ‚Macht’ mit ‚machen’ zu tun. Allerdings hat es rein sprachlich gesehen eine andere Abstammung; Macht ist von ‚vermögen’ im Sinne von ‚können’ abgeleitet.

Mächtige Macher

Was ist das: Macht? Ist Macht Herrschaft und Gewalt, Kraft, Stärke? Ist sie der starke Einfluss, den eine Person auf eine andere ausübt, oder ist sie, ganz allgemein ausgedrückt, die Fähigkeit im privaten und/oder öffentlichen Bereich maßgeblich zu bestimmen, was und wie etwas geschieht?

Nun, Macht kann all dies sein. In jedem Falle aber ist Macht ein Mittel, um Einflussmöglichkeiten durchzusetzen. Macht wird also ausgeübt. Macht wird gebraucht. Wird genutzt und benutzt. Es ist ja auch verführerisch, Macht zu haben, mächtig zu sein. Macht lässt sich auskosten und ausspielen.

Ein Machtwort

Wer die Macht hat, kann fördern, unterstützen, ein Machtwort sprechen, das keinen Widerspruch duldet. Wer die Macht hat, kann aber auch unterdrücken, Gewalt anwenden. Nicht zuletzt, um den Machterhalt zu sichern. Um das Erringen und die Erhaltung von Macht geht es vor allem in der Politik, in der Wirtschaft, im Staat.

Machtpolitisches Denken hat im allgemeinen Sprachgebrauch in vielen bildhaften Wendungen seinen Niederschlag gefunden. Ein paar Beispiele: Einer, der die ‚Macht an sich reißt’, ist ein rücksichtsloser Machtmensch, der seine politischen Gegner ausschaltet; wenn es denn sein muss mit Gewalt.

Macht in einer Hand

‚Die Macht ergreifen’ ist ein Ausdruck, der insbesondere auf das Vorgehen Hitlers bezogen wird, ursprünglich aber nichts mit der ‚Machtergreifung’ der Nationalsozialisten zu tun hat. Jeder Diktator wird versuchen, alle ‚Macht in einer Hand’ – nämlich der eigenen – ‚zu vereinigen’ und darüber hinaus mit ‚aller Macht’, mit allem, was in seiner Macht steht, dafür sorgen, dass er sie auch dauerhaft ‚in Händen halten’ wird.

‚Machthaber’ werden Politiker genannt, die nach westlichem Demokratieverständnis nicht durch des Volkes Willen an die Macht gekommen sind. Das Wort ‚Machthaber’, im Singular und im Plural gleich, hat immer einen abwertenden Beigeschmack.

Wissen ist Macht

Es wäre völlig falsch, das Wort ‚Macht’ und sein sprachliches Umfeld nur negativ zu sehen. Wie alles hat auch die ‚Macht’ mindestens zwei Seiten. Ein durch und durch positives Verständnis von Macht hatte der englische Philosoph, Essayist und Staatsmann Francis Bacon. Die zentrale Botschaft seiner Philosophie lautete: ‚Wissen ist Macht.’ Dies hatte zu Zeiten der naturwissenschaftlichen und technischen Revolution, Bacon lebte von 1561 bis 1626, natürlich einen besonderen Klang.

Wir können dies nicht vertiefen, aber der Umkehrschluss von Bacons Satz ist eine Randbemerkung wert: Nicht-Wissen wäre demnach Ohnmacht. Und da ist was dran. Nun gibt es ja neben aller politisch-gesellschaftlichen Macht auch noch ganz andere Macht und Mächte. Die Macht der Gewohnheit zum Beispiel, die uns noch Tage nach dem Umräumen in jene Schublade greifen lässt, in der die Briefumschläge vorher waren. Es gibt die Macht der Natur, die uns immer wieder deutlich macht, dass sie mächtiger ist als wir.

Macht nichts

Ohnmächtig sind wir aber auch, wenn jene Macht von uns Besitz ergreift, die seit jeher als ‚Himmelsmacht’ bezeichnet wird. Die Liebe. Gegen sie sind wir absolut machtlos. Aber das macht überhaupt nichts.

Fragen zum Text

Wer ein Machtwort spricht, …

1. möchte eine Diskussion führen.

2. duldet keinen Widerspruch.

3. zitiert mächtige Politiker.

Die zentrale Botschaft der Philosophie von Francis Bacon lautete: …

1. Wissen ist Macht.

2. Wer mehr weiß, der lacht.

3. Vermissen ist Macht.

Die Liebe wird auch als … bezeichnet.

1. Sternennacht

2. Himmelsmacht

3. Höllenohnmacht

Arbeitsauftrag

Die Macht der Liebe, die Macht der Natur, die Macht des Wissens – haben Sie schon mal eine Situation erlebt, in der Sie sich vollkommen machtlos gefühlt haben? Schreiben Sie einen kurzen Aufsatz darüber. Tauschen Sie ihn anschließend mit Ihrem Sitznachbarn. Korrigieren Sie gegenseitig Ihre Fehler.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads