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Macht hoch die Tür

Wer beim Vorstellungsgespräch mit der Tür ins Haus fällt, hat keine guten Karten. Manchmal sind es so viele Bewerber, dass sie sich die Türklinke in die Hand geben. Gut, wenn man schon einen Fuß in der Tür hat.

"Macht hoch die Tür, die Tor' macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit." Weihevoller erscheint sie nirgends als hier, geehrt in einem der bekanntesten Lieder zur Vorweihnachtszeit. Stammt übrigens – nicht die Tür, sondern das Lied - von einem Theologen aus dem 17. Jahrhundert, Georg Weissel, und ist dem ersten Advent gewidmet.

Hinter der Tür liegt das Ersehnte

Nicht nur im Lied gilt sie als Zugang zum Gewünschten und Ersehnten. Hinter der Tür liegt häufig, was man haben oder erreichen möchte, und das nicht nur im direkten Sinne. Deshalb ist es praktisch, schon einmal einen Fuß in der Tür zu haben, der Jobsuchende bei der gewünschten Firma, der Autor mit seinen Büchern bei einem Verlag und der Gemüsehändler beim Drei-Sterne-Restaurant.

Was man aber auch zu bieten hat, ob gute Ware oder neue Ideen, die Sache muss gut vorbereitet sein, Tonfall, Zeitpunkt und auch das Äußere müssen stimmen. Denn mit der Tür ins Haus zu fallen, kommt selten an. Ob Kunde oder Partner für’s Leben, Überzeugungsarbeit und kleine Gesten der Aufmerksamkeit sind gefragt, auch ein Lächeln kann nicht schaden.

Bei gutem Benehmen stehen alle Türen offen

Wer die richtige Form wählt und wahrt, dem stehen alle Türen offen. Was oft selbst für diejenigen zutrifft, die außer der Form gar nichts zu bieten haben. Leicht ist das nicht, denn attraktive Jobs und Aufträge wollen natürlich alle, weshalb sich bei bestimmten Firmen die Bewerber die Türklinke in die Hand geben, so viele gehen da ein und aus. Und wenn es gar zu viele sind, werden manchen die Türen eingerannt. Was nicht heißt, dass die dabei zu Bruch gingen.

Vorsicht ist trotzdem geboten, denn allzu forsche Bewerber sind nicht beliebt: Wer’s übertreibt, wird vor die Tür gesetzt, was aber auch demjenigen passieren kann, der seine Miete nicht bezahlt. Wenn ihr gewünschter Chef ihre Unterlagen liest und ausruft: "Ach, du kriegst die Tür nicht zu", dann sollten sie selbstbewusst den nächsten Satz abwarten. Denn noch ist offen, ob es bedeutet: "das ist ja wohl das Allerletzte" oder: "beeindruckend, was Sie da zu bieten haben".

Hinter verschlossenen Türen

Hinter verschlossenen Türen tagen nicht nur die Kardinäle im Vatikan, wenn sie einen neuen Papst wählen oder Politiker, wenn sie die störenden Journalisten fernhalten wollen. Da bleibt die Tür zu, schließlich will ein Geheimnis zumindest für eine Weile gehütet sein. Wichtige Beschlüsse werden hier gefasst, von den Eltern im Wohnzimmer, den Managern in der Führungsetage, den Lehrern bei der Schulkonferenz.

Da gibt es für Außenstehende keinen Einlass, auch wenn man noch so sehr an der Tür rüttelt. Ärgerlich für die, die draußen bleiben müssen. Wäre doch ganz schön, wenn man da mal durch’s Schlüsselloch in der Tür….Na, nur nicht erwischen lassen.

Hier steht die Tür offen

Ganz anders ist das beim Tag der offenen Tür. In Musikschulen wird er regelmäßig veranstaltet, damit die Kleinen und Neugierigen auch mal eine Geige in die Hand nehmen können oder so richtig auf die Pauke hauen dürfen. Die Feuerwehr zeigt am Tag der Offenen Tür, wie gelöscht wird und das Rote Kreuz, wo es überall auf der Welt hilft.

Mit Priestern und Pfarrern ist es ein wenig anders. Sie müssen nicht zeigen, was sie haben und können. Dennoch steht Bedürftigen und allen, die es wünschen und brauchen, immer eine Tür bei ihnen offen. Bei anderen ist es eher ein spezieller Charakterzug, die Tür nie so ganz zu zumachen. Manchmal zeugt das von Unentschlossenheit, manchmal aber auch nur von tiefer Liebe und Zuneigung, immer noch ein Türchen offen zu halten.

Empfehlenswert: vor der eigenen Türe kehren

Und was sollte man vermeiden? Zum Beispiel Verträge unterschreiben an der Haustür und wichtige Absprachen zwischen Tür und Angel. Da geht immer etwas schief und hinterher sind alle verärgert. Empfehlenswert dagegen: immer wieder vor der eigenen Türe zu kehren, äußerlich und innerlich. Derartige Reinigungen helfen sehr, mit Nachbarn, der Welt und sich selbst besser zurechtzukommen.


Fragen zum Text

Ein Bewerber, der bei einer Firma schon einen Fuß in der Tür hat, …

1. hat gute Chancen, weil er in der Firma schon bekannt ist.

2. hat schlechte Chancen, weil er dort eine Tür eingetreten hat.

3. hat sich beim Vorstellungsgespräch am Fuß verletzt.

Wenn sich die Bewerber die Türklinke in die Hand geben, …

1. sind es sehr unhöfliche Bewerber.

2. sind es sehr viele Bewerber.

3. sind es sehr höfliche Bewerber.

Wenn man keine Zeit hat, muss man wichtige Dinge manchmal …

1. zwischen Tür und Angel besprechen.

2. zwischen Tür und Klinke besprechen.

3. zwischen Tür und Tür besprechen.

Arbeitsauftrag

Erklären Sie in einem kurzen Text, wie Sie persönlich die folgenden Redewendungen verstehen. Geben Sie auch Beispiele für Situationen, in denen die Redewendungen angemessen wären.

a) Man sollte nicht mit der Tür ins Haus fallen.

b) Jeder sollte vor seiner eigenen Türe kehren.

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