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Formel 1

Macht Hamilton schon in Austin alles klar?

Einigermaßen gelassen kann Lewis Hamilton den viertletzten WM-Lauf in der Formel 1 angehen. Er könnte bereits beim Großen Preis der USA in Austin Weltmeister werden. Sebastian Vettel muss dagegen auf ein Wunder hoffen.

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Titelkampf in der Formel 1

Es fehlt nicht mehr viel zum nächsten großen Meilenstein in der Karriere des Lewis Hamilton. Am Sonntag beim Grand Prix der USA auf dem Circuit of the Americas in Austin könnte er vorzeitig zum vierten Mal Formel-1-Weltmeister werden. Allerdings benötigt der Brite dazu die "Mithilfe" seiner Verfolger Sebastian Vettel und Valtteri Bottas. Hamilton, der die WM momentan 59 Zähler vor Vettel anführt, müsste seinen Vorsprung auf mindestens 75 Punkte erhöhen, um in den dann noch verbleibenden WM-Läufen nicht mehr von Platz eins verdrängt werden zu können. Es wäre die Wiedergutmachung für die Schmach in der Vorsaison, als sich Hamilton dem mittlerweile zurückgetretenen Nico Rosberg geschlagen geben musste.

Rechenspiele

Hamilton wird aber nur dann schon in Austin Weltmeister, wenn er das Rennen gewinnt und Vettel höchstens Sechster wird. Hamilton hätte dann 76 Punkte Vorsprung auf den Deutschen. Bottas läge als Renn-Zweiter 79 Zähler zurück und hätte keine Chance mehr. Würde Hamilton Zweiter, dürfte Bottas nicht gewinnen und Vettel höchstens Neunter werden. Dass Vettel so schlecht abschneidet, ist allerdings nur dann wahrscheinlich, wenn sein Auto erneut einen technischen Defekt erleidet oder er durch einen Unfall aus dem Rennen ausscheidet. Bei den Rennen, die Vettel zu Ende fahren konnte, war er in dieser Saison immer unter den besten Vier. Einzige Ausnahme war der Große Preis von Großbritannien in Silverstone, bei dem Vettel nur als Siebter über die Ziellinie fuhr.

Valtteri Bottas geht neben Sebastian Vettel und Lewis Hamilton

Bottas (l.) und Vettel (2.v.l.) haben theoretische Titelchancen - Hamilton (r.) hat es in der Hand

Andersherum gerechnet: Sollte Vettel die verbleibenden vier Saisonrennen gewinnen, dürfte Hamilton nur noch 41 Punkte sammeln, damit es für den Deutschen zum fünften WM-Titel reicht. 41 Punkte, das bedeutet zum Beispiel zwei zweite Plätze (jeweils 18 Punkte), ein achter (4) und ein zehnter Platz (1). Dass Hamilton, der in dieser Saison im schnellsten und stabilsten Auto sitzt, eine solche Negativserie hinlegt, ist aber alles andere als wahrscheinlich. Der Brite kann daher eigentlich in aller Ruhe die Saison zu Ende fahren - die nötigen Punkte werden schon kommen - wird er nicht in Austin Weltmeister, dann eben in Mexiko, Brasilien oder Abu Dhabi.

Keine verrückten Risiken

Dementsprechend gelassen ist der 32-Jährige vor dem Rennen in den USA: "Es kann noch alles passieren. Ich muss jetzt einfach versuchen, konzentriert zu bleiben und weiter so abzuliefern", sagt Hamilton vor dem Rennen in Austin.

Taktische Spielchen schließt Hamilton auf dem Weg zu seinem vierten Titel nach 2008, 2014 und 2015 aus. "Wenn du vom Gas gehst, machst du es dir im Zweifel eher ein bisschen schwerer als einfacher", sagt der PS-Popstar, der schon viermal in Austin gewann: "Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, meinen Ansatz zu ändern. Ich will weiter Punkte holen, und ich will natürlich weiter auf mein Auto aufpassen. Ich gehe ja sowieso keine verrückten Risiken ein."

"Vettel hat unglaubliches Pech gehabt"

Das musste Hamilton zuletzt auch nicht. Vettel und Ferrari schlugen sich mit einigen Patzern und Pannen quasi selbst: In Singapur krachte Vettel kurz nach dem Start in seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen. In Malaysia musste er vom Ende des Feldes starten, und in Suzuka streikte die Zündkerze. Vettel musste seinen Boliden bereits nach wenigen Runden abstellen. Während die anderen Fahrer noch um Punkte kämpften, verabschiedete er sich von den Fans und verließ die Rennstrecke in Richtung Flughafen.

Hamilton blieb hingegen völlig cool und zeigte, warum er den Aufstieg in den elitären Klub der Fahrer mit vier Titeln verdient hat. "Lewis hat in diesem Jahr brillante Leistungen gezeigt, ganz besonders seit der Sommerpause. Seitdem fuhr er in einer eigenen Liga", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff: "Es war beeindruckend, ihm dabei zuzusehen, wie er alles aus dem Auto herausholte und mit dem Team zusammenarbeitete, um Probleme zu lösen und sich noch weiter zu steigern."

Nach den massiven Regeländerungen vor der Saison haben Mercedes und Hamilton erneut den besten Job gemacht, ihnen unterliefen einfach weniger Fehler. "Solch einen Vorsprung hätte ich mir nicht einmal erträumen können", sagt Hamilton: "Ferrari hat uns das ganze Jahr ordentlich unter Druck gesetzt."

Und deshalb ist der Champagner wohl auch noch nicht kalt gestellt, Vettel habe ja auch "unglaubliches Pech gehabt". Der Weg zum Titel "ist noch lang", sagt Hamilton. Mindestens 308,405 Kilometer. So lang ist die Renndistanz am Sonntag in Austin.

 Den Großen Preis der USA können Sie am Sonntag ab 20.45 Uhr MESZ im DW-Liveticker verfolgen.

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