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Aktuell Europa

"Machismus tötet!"

In Madrid haben hunderttausende Menschen gegen die Gewalt an Frauen protestiert. Für immer wieder tödlich endende Vorfälle machten Organisatoren und Teilnehmerinnen auch die "Machokultur" in Spanien verantwortlich.

Mit Rufen wie "Wir sind nicht alle da - es fehlen die Toten" zogen nach Angaben der Organisatoren mindestens 500.000 Frauen und Männer durch Madrid. Sie waren vorwiegend in dunkelviolett, der traditionellen Farbe der Feminismus-Bewegung, gekleidet.

Die Demonstranten forderten, der Staat müsse die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen zu seiner Sache machen. Neben besseren Gesetzen würden auch Maßnahmen benötigt, die den Opfern und deren Kindern die soziale, wirtschaftliche und gesundheitliche Erholung ermögliche, sagten Redner bei der Hauptkundgebung auf der Plaza de España.

Zur Teilnahme an dem "Marsch gegen sexistische Gewalt" hatten mehr als 400 Frauen- und Bürgerrechtsbewegungen aufgerufen. Die wichtigsten Parteien des Landes unterstützen die Kundgebung.

Politiker marschierten mit

Die Demonstration fand wenige Wochen vor der Parlamentswahl im Dezember statt. Entsprechend groß war die Teilnahme aus der Politik.

Unter anderen schlossen sich der sozialistische Oppositionsführer Pedro Sánchez und der Chef des Podemos-Bündnisses, Pablo Iglesias, dem Zug an. Auch die linken Bürgermeisterinnen von Madrid und Barcelona, Manuela Carmena und Ada Colau, waren mit von der Partie.

Mehr als 1300 Tote in 20 Jahren

Nach Zahlen der Organisatoren der Kundgebung forderte die Gewalt gegen Frauen in Spanien seit 1995 mehr als 1300 Menschenleben. Das Problem der von der "Machokultur" stark geförderten Gewalt werde nicht kleiner. Allein in diesem Jahr habe es bereits 85 Tote gegeben, hieß es.

"Machismus tötet! Wir dürfen nicht ein einziges Opfer mehr zulassen. Basta!", rief eine Rednerin, Ángela González. Ihre Tochter wurde vom Ehemann getötet.

Andere Demonstranten machten die Wirtschaftskrise mitverantwortlich für die hohe Zahl an Opfern. "Viele Frauen verlassen ihre Peiniger nicht, weil sie nicht das Geld dafür haben", sagte die 61-jährige Marisa Teijero. Auch deshalb müsse die staatliche Unterstützung für betroffene Frauen verstärkt werden.

gri/wl (dpa, afp)

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