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Nahost

Mütter der beiden Irak-Geiseln appellieren im Fernsehen

Die Mütter der im Irak entführten Deutschen Thomas Nitzschke und René Bräunlich haben sich mit einem Fernseh-Appell an die Entführer gewandt. Sie baten eindringlich um "Barmherzigkeit und Gnade".

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Eindringlicher Appell

"Bitte lassen sie Thomas und René frei", sagten die Frauen am Donnerstag (2.2.2006) in der ARD-"Tagesschau". Ihre Söhne seien unschuldig: "Thomas und René sind ohne politischen Hintergrund in den Irak gereist. Sie hatten nie die Absicht, ihrem Land zu schaden." Die Familien der beiden Männer hätten große Angst um deren Leben, nachdem sie diese im Fernsehen gesehen hätten. Besonders die Frauen der beiden Geiseln seien in größter Sorge.

Verständnis für verschwiegene Vermittler

Der Krisenstab im Auswärtigen Amt setzte unterdessen seine Bemühungen um ihre Freilassung intensiv fort, wie eine Sprecherin mitteilte. Außenminister Frank-Walter Steinmeier werde laufend unterrichtet.

Der Grünen-Politiker Ludger Volmer rechtfertigte die zurückhaltende Informationspolitik der Bundesregierung. Zu viel Berichterstattung oder der Eindruck von Kollegialität könne die Arbeit von Vermittlern gefährden und zunichte machen, sagte der frühere Staatsminister im Auswärtigen Amt. Die Öffentlichkeit habe zwar das Bedürfnis, informiert zu werden, fügte Volmer hinzu. "Aber man kann sagen: 'Feind hört mit'." Geiselnehmer mit politischem Hintergrund hätten vermutlich auch Verbindungsleute, die das Medienecho in Deutschland genau beobachteten.

Leipziger Muslime lehnen die Entführung ab

Mahnwache vor der Nikolaikirche in Leipzig

Mahnwache am 30. Januar in Leipzig

Die Muslime in Leipzig verurteilten unterdessen die Verschleppung der Ingenieure aufs Schärfste und forderten deren Freilassung. "Solche Handlungen sind in unserer Religion verboten", sagte Hassan Dabbagh, Imam der Al-Rahman Moschee. Er appellierte an die Geiselnehmer, die beiden jungen Männer frei zu lassen.

Nitzschke und Bräunlich waren am Dienstag (24.1.2006) in der Raffineriestadt Beidschi entführt worden. Im Auftrag der Firma Cryotec sollten sie dort die Aufstellung einer Stickstoffanlage begleiten. Am Dienstag (31.1.) strahlte der arabische Sender Al-Dschasira ein Video mit den beiden Entführten aus Leipzig aus. Darin stellten die Einführer Ultimatum von 72 Stunden, um ihre Forderungen zu erfüllen. In dem Video heißt es laut Al-Dschasira, die Geiseln würden nach Ablauf der Frist getötet, sollte die deutsche Botschaft in Bagdad nicht geschlossen werden und sollten nicht alle deutschen Firmen den Irak verlassen.

Zudem verlangen die Kidnapper dem arabischen Sender zufolge, dem das Videoband zugestellt worden war, ein Ende der Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und der irakischen Übergangsregierung. Ein erstes Videoband der Geiseln mit ihren Entführern war gleich, nachdem die Männer verschleppt worden waren, aufgetaucht. (kap)

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