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Sport

"München 2018" bleibt im Olympia-Rennen

Die Olympia-Bewerbung Münchens für die Winterspiele 2018 hat eine wichtige Hürde genommen. Bei einem Bürgerentscheid in Garmisch-Partenkirchen, wo Ski-Wettbewerbe ausgetragen werden sollen, sagten die Bürger "OlympiJA".

Werbeplakat für die Olympia-Bewerbung (Foto: dpa)

Bayerns Landeshauptstadt wirbt für Olympia 2018

"Jetzt herrscht auch in Garmisch-Partenkirchen Klarheit. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen möchte Olympische und Paralympische Winterspiele 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee", kommentierte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), den Ausgang des Bürgerentscheids. Die Olympia-Gegner sieht Bach "trotz der von ihnen aufgebauten Schreckensszenarien in einem demokratischen Verfahren klar gescheitert".

"Steine vom Herzen gefallen"

So erhielt der Antrag der Olmypia-Befürworter gut 58 Prozent Zustimmung, wie ein Sprecher der bayerischen Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen mitteilte. Ein Antrag der Olympia-Gegner kam demnach nur auf 49,4 Prozent - und scheiterte damit knapp. Er sehe nun keine Möglichkeit mehr, die Bewerbung zu stoppen, sagte der Mitinitiator des Bürgerentscheides gegen Olympia 2018, Axel Doering.

Christian Ude (Foto: dpa)

Erleichtert: Münchens Oberbürgermeister Ude

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude bekundete, dass ihm "mehrere Steine vom Herzen gefallen" seien. Zugleich appellierte er an die Olympia-Gegner, nun wieder Frieden in Garmisch-Partenkirchen einkehren zu lassen: "Gute Demokraten müssen auch gute Verlierer sein."

Der Bürgerentscheid von Garmisch-Partenkirchen war in ganz Deutschland mit besonderem Interesse verfolgt worden - nicht zuletzt, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel die Münchner Kampagne zur nationalen Angelegenheit erklärt hatte. Ein negatives Votum hätte die Chancen von Deutschland, die Olympischen Winterspiele 2018 zu bekommen, wohl deutlich geschmälert. Der Rückhalt innerhalb der Bevölkerung gilt innerhalb des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) als ein wichtiges Kriterium bei einer Olympia-Bewerbung. "Das IOC schickt die Athleten nur dahin, wo sie mit offenen Armen empfangen werden", sagte die Chefrepräsentantin der Münchner Bewerbungsgesellschaft, die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt.

Deutschland, Frankreich oder Südkorea?

Garmisch-Partenkirchen, Floriansplatz (Foto: Markt Garmisch-Partenkirchen)

Beschaulich: Garmisch-Partenkirchen hat nur etwa 25.000 Einwohner

Die Entscheidung über den Austragungsort fällt im Juli dieses Jahres zwischen München, dem französischen Annecy und dem südkoreanischen Pyeongchang. Garmisch-Partenkirchen soll im Zuge der Münchner Bewerbung die Alpin-Ski-Wettbewerbe veranstalten. Das Netzwerk "NOlympia" hatte vor allem vor drohenden Umweltschäden und finanziellen Risiken gewarnt. Die Initiative "OlympiJA" sieht in den Winterspielen hingegen viele Chancen für die Region um Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einer "enormen Chance für Deutschland, sich erneut international als guter Gastgeber und als ein weltoffenes Land zu präsentieren".

München wäre die erste Stadt, die in ihrer Geschichte Sommer- und Winterspiele veranstaltet hat - 1972 fanden dort die olympischen Sommerspiele statt. Garmisch-Partenkirchen war bereits 1936 Gastgeber der Winterspiele. Auch wenn sich nun die Mehrheit der Garmisch-Partenkirchner für mögliche zweite Olympische Winterspiele am Fuße der Zugspitze ausgesprochen hat - alle Probleme sind dort längst nicht gelöst. Nach wie vor weigern sich 63 Grundbesitzer in der Marktgemeinde, ihre Flächen für den Zeitraum der Spiele zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich in zwei Fällen um Grundstücke, die für die Wettbewerbe benötigt würden - eine kleine Fläche für die geplante Snowboard-Piste und ein Gelände im Zielbereich der Abfahrtsstrecke "Kandahar".

Autor: Christian Walz (dpa, sid, dapd, afp)
Redaktion: Frank Wörner

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