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Fußball

Müller schießt HSV zum Sieg gegen Hertha

Nicolai Müller sorgt bei den Hamburgern mit seinem Doppelpack gegen Hertha BSC für große Erleichterung. Mainz verpasst nach einem hart umkämpften Remis gegen Darmstadt den Sprung auf einen Champions-League-Platz.

Der Hamburger SV hat mit dem ersten Heimsieg seit sechs Jahren gegen Angstgegner Hertha BSC den Negativtrend gestoppt. Nicolai Müller (58./75. Minute) sorgte mit seinem Tore-Doppelpack für das verdiente 2:0 (0:0) gegen lange Zeit zu verhalten spielende Berliner. Die Hanseaten kletterten damit auf den zehnten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga und konnten die größte Sorge vor einem erneuten Abstiegskampf vorläufig vertreiben. Die Hertha bleibt trotz der zweiten Rückrundenniederlage auf dem dritten Platz. In Champions-League-Form spielte der Hauptstadt-Club aber nicht.

Die Hertha stand sehr defensiv, ließ den HSV kommen und lauerte auf Hamburger Lücken. Die erste bot sich nach neun Minuten. Nach einer Flanke von Marvin Plattenhardt konnte HSV-Torwart Rene Adler einen Kopfball von Vedad Ibisevic nur unkonventionell wegschaufeln. Der HSV bemühte sich, kreativ gegen die Berliner "Einlull-Taktik" zu wirken - doch es blieb zunächst bei dem Versuch. Ein Kopfball von Artjoms Rudnevs (16.) verfehlte das Ziel. Erst nach einer guten halben Stunde stieg die Hamburger Effektivität. Besonders Gotuko Sakai tat sich positiv hervor. Zunächst prüfte der Japaner (35.) zweimal Hertha-Schlussmann Rune Jarstein innerhalb von Sekunden. Kurz vor der Halbzeitpause (44.) zwang er den Norweger mit einem Schuss ins obere Tordreieck zu einer Glanztat.

Nicolai Müller (l.) erzielt eins seiner beiden Tore (Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Matchwinner Nicolai Müller (l.) schießt den HSV ins Glück

Anhaltenden Offensivgeist und Geduld hatte Labbadia in der Halbzeit verordnet. Und seine Spieler befolgten die Anweisung. Aaron Hunt (48.) hatte schnell nach dem Anpfiff eine gute Chance. Der HSV drückte jetzt mächtig und sorgte für mehr Berliner Unordnung. Als die Hertha-Abwehr nicht gut sortiert war, schlug Müller mit einem Schuss ins rechte untere Toreck zu. Emir Spahic verhinderte auf der Gegenseite gerade noch den möglichen Ausgleich durch Darida (66.). Zu einer Berliner Schlussoffensive kam es am Ende nicht mehr. Müller hatte mit seinem zweiten Tor rechtzeitig alles klar gemacht.

Hart umkämpftes Remis in Mainz

Zuvor ist Bayern-Bezwinger FSV Mainz 05 vom SV Darmstadt 98 unsanft in die harte Realität der Fußball-Bundesliga zurückgeholt worden. Vier Tage nach dem Coup in München reichte es für den FSV im Nachbarschaftsduell mit dem Aufsteiger nur zu einem 0:0. Die Mainzer verpassten damit den Sprung auf den vierten Platz, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt. Im mit 34.000 Zuschauern ausverkauften heimischen Stadion mussten die 05er das Spiel zu Zehnt beenden, nachdem Giulio Donati wegen einer Tätlichkeit an "Lilien"-Stürmer Sandro Wagner in der 57. Minute die Rote Karte sah.

Die Partie nahm erst in der zweiten Hälfte richtig Fahrt auf. Zunächst hätte Jhon Cordoba (55.) die Mainzer in Führung bringen können. Der Stürmer, der am Mittwoch das 2:1-Siegtor in München erzielt hatte, scheiterte frei vor Darmstadt-Keeper Christian Mathenia. 120 Sekunden später erwies Donati seinem Team einen Bärendienst, als er im Liegen gegen Wagner nachtrat. Nun kamen auch die Gäste zu Chancen, doch Konstantin Rausch (62.) und Mario Vrancic (77.) vergaben. Auf der Gegenseite hielt Mathenia mit einem Reflex gegen den auffällig agierenden Pablo de Blasis (64.) die Null.

Der Mainzer Jhon Andres Cordoba (u.) und Darmstadts Peter Niemeyer im Kopfballduell (Foto: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images)

Wie der Mainzer Andres Cordoba (u.) und Darmstadts Peter Niemeyer schenken sich beide Teams nichts

In der ersten Hälfte waren die Hausherren von höheren Ansprüchen weit entfernt. Gegen die bissigen "Lilien" gelangen kaum klare Aktionen, weil die Gäste keinen Raum für gefällige Kombinationen ließen. Darmstadt attackierte schon am gegnerischen Strafraum und hielt den Ball somit aus der eigenen Gefahrenzone fern. Doch der Aufsteiger beschränkte sich keineswegs nur auf das Pressing. Immer wieder wurde der Vorwärtsgang eingeschaltet, so dass der Punktgewinn letztlich verdient war. Das erkannte auch FSV-Trainer Martin Schmidt an und zeigte sich zufrieden: "Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Sie hat eine Supermentalität gezeigt." Mit 40 Punkten bleiben die Mainzer trotz des Dämpfers als Tabellenfünfter weiter auf Europa-Kurs. Darmstadt hat als 15. Dank des verdienten Unentschiedens ein Zwei-Punkte-Polster auf den Abstiegs-Relegationsplatz.

Nichts Neues an der Spitze

Bereits am Samstag hielt Bayern München Verfolger Borussia Dortmund auf Distanz, verpasste aber eine Vorentscheidung auf dem Weg zum historischen vierten Meistertitel in Folge. Der deutsche Rekordmeister kam trotz der besseren Möglichkeiten im Bundesliga-Topspiel beim BVB nur zu einem 0:0 und geht bei noch neun ausstehenden Spielen mit fünf Punkten Vorsprung auf den Erzrivalen in den Saisonendspurt.

Bayern-Keeper Manuel Neuer faustet hoch über seiner Abwehr den Ball weg (Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Auch in Dortmund über 90 Minuten Herr der Lüfte: Bayern-Torwart Manuel Neuer

Im Kampf gegen den Abstieg kassierten Schlusslicht Hannover 96 und der Vorletzte 1899 Hoffenheim herbe Niederlagen. Die 96er verloren bei Werder Bremen mit 1:4, die Hoffenheimer mussten sich beim VfB Stuttgart mit 1:5 geschlagen geben. Auf dem Relegationsplatz steht Eintracht Frankfurt, das gegen den FC Ingolstadt nur zu einem 1:1 kam und sich einen Tag später von Trainer Armin Veh trennte. Im Rennen um die Europapokalplätze feierte Pokalsieger VfL Wolfsburg einen 2:1- Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach, auch Schalke 04 mischt nach einem 3:1 beim 1. FC Köln weiter mit. Bayer Leverkusen erkämpfte nach einem 0:3-Rückstand beim FC Augsburg noch ein 3:3.

Wer noch einmal in die Sonntags-Partien des 25. Spieltags eintauchen will: Hier geht es zum Liveticker. Und alle Ergebnisse und die Tabelle der Fußball-Bundesliga finden Sie hier.

ck/tk (dpa, sid)

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