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Nahost

Mühsamer Marsch auf Bagdad

Während den führenden US-Militärs aus der Heimat zunehmend Kritik an ihrer Kriegstaktik entgegenschlägt, drohen den alliierten Truppen im Irak verlustreiche Straßenkämpfe auf ihrem Weg nach Bagdad.

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Der Feind könnte überall lauern - auch bei einer Straßenkontrolle

Bodentruppen der Amerikaner und Briten haben sich am Montag heftige und verlustreiche Gefechte mit den irakischen Truppen um die zentralirakische Stadt Nadschaf geliefert. Dabei sollen am zwölften Kriegstag nach Angaben des britischen Senders BBC rund 100 irakische Soldaten getötet und etwa 50 weitere verletzt worden sein. Die Stadt, die den Schiiten heilig ist, liegt etwa 120 Kilometer südlich von Bagdad. In der Region stockt der Vormarsch der Alliierten auf die irakische Hauptstadt seit Tagen.

Straßenkämpfe

Rund um die Stadt Hindijah bei Karbala hätten sich amerikanische und irakische Einheiten zudem heftige Straßenkämpfe geliefert, hieß es bei der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Das 4. Bataillon des 6. US-Panzerregiments sei am frühen Morgen in die 80.000-Einwohner-Stadt eingefahren. Hindijah liegt rund 80 Kilometer südlich von Bagdad nahe der antiken Stadt Babylon.

Beim Versuch, in der Stadt eine strategisch wichtige Brücke über den Euphrat zu erobern, seien Soldaten des Bataillons auf eine Brigade der Republikanischen Garde - Saddam Husseins Elitetruppe - gestoßen. Die alliierten Soldaten seien von Irakern, die sich hinter Hecken und Mauern verschanzt hatten, mit Granaten beschossen worden. Auch Iraker in ziviler Kleidung beschossen die US-Soldaten bei ihrem Vormarsch auf die Brücke über den Euphrat, hieß es. Die Amerikaner verschanzten sich in verlassenen Bunkern und hinter Sandsäcken, um den Kampf um die Brücke fortzusetzen.

Bei den Straßenkämpfen wurden nach US-Angaben mindestens 15 Iraker getötet und mehrere Dutzend gefangen genommen. Diese Kämpfer hätten sich als Mitglieder der Republikanischen Garde ausgegeben.

Luftangriffe auf Bagdad

Bagdad selbst war am Sonntag und in der Nacht zu Montag (31.3.2003) wieder Ziel schwerer Luftangriffe. Dabei wurde unter anderem das Informationsministerium getroffen, das vermutlich in Brand geriet. Aus dem Stadtzentrum zeigten Fernsehsender Bilder zweier Großbrände. Insgesamt seien am Sonntag während des gesamten Tages 1800 Einsätze geflogen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Deutsche Presseagentur (dpa). In den vergangenen Tagen habe die durchschnittliche Einsatzzahl bei 1000 gelegen.

Kritik

Die US-Regierung und das US-Militär geraten in ihrer Heimat unter Beschuss der Medien, die ihnen vorwerfen, den Feind unterschätzt zu haben und eine falsche Taktik anzuwenden. Zum Beispiel sei die Zahl der eingesetzten Soldaten viel zu gering, so die Kritik.

Der US-Oberbefehlshaber der Truppen am Golf, Tommy Franks, verteidigte deshalb seine Strategie am Sonntag vor der Presse und wies Berichte über Gegensätze mit der zivilen Führung im Verteidigungsmininisterium zurück. Die bisherigen Fortschritte seien "bemerkenswert", sagte der General in Katar. Der Krieg verlaufe nach Plan. Trotz einzelner Probleme gebe es ausreichende Vorräte an Verpflegung und Munition.

Tote und Verletzte

Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes wurden seit Kriegsbeginn täglich rund 100 Zivilisten verwundet. Die irakische Seite beziffert die Zahl der toten Zivilisten auf 357. Auf Seiten der Alliierten wurden nach Angaben des US-Senders CNN bislang 67 Soldaten getötet. Darunter sind nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA, 24 britischen Soldaten. Drei US-Marineinfanteristen starben am Sonntag nach Angaben des Zentralkommandos in Katar beim Absturz eines US-Hubschraubers. Das US-Verteidigungsministerium geht von einem Unfall aus. Ein britischer Soldat wurde auf der Halbinsel Fau aus einem Hinterhalt erschossen.

Wut der Araber

In der arabischen Welt wächst derweil offenbar die Wut über das westliche Vorgehen im Irak-Krieg. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak warnte am Montag, der Irak-Krieg heize die anti-westliche Militanz in den islamischen Ländern weiter an. Mubarak sagte vor ägyptischen Soldaten in Suez: "Statt eines (Osama) Bin Laden werden wir 100 Bin Ladens haben." Ägypten gilt als Verbündeter der USA im Nahen Osten und erhält dafür von der Regierung in Washington auch großzügige finanzielle Hilfe. Offiziellen irakischen Angaben vom Sonntag zufolge sind bereits mehr als 4000 potenzielle "Märtyrer" im Land. (mas)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.

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  • Datum 31.03.2003
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