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Politik

Mönche demonstrieren wieder in Birma

Erstmals seit der blutigen Niederschlagung der Massenproteste haben Mönche gegen die Militärregierung protestiert. US-Präsident Bush und UN-Generalsekretär Ban wollen den Druck auf das Regime in Birma erhöhen.

Birmanische Mönche auf dem Weg zur Demonstration (Quelle: AP)

Birmanische Mönche auf dem Weg zur Demonstration

Rund hundert Mönche seien durch die zentralbirmanische Stadt Pakokku gegangen, berichteten Anwohner. Der Marsch habe etwa eine halbe Stunde gedauert; die Mönche hätten gesungen und gebetet, aber keine politischen Parolen gerufen.

Im September hatten Mönche und andere Demonstranten tagelang friedlich gegen die Militärführung protestiert. In mehreren Städten des Landes waren zeitweise Hunderttausende auf die Straße gegangen, bis die Militärs die Demonstrationen gewaltsam niederschlugen.

Neue Reise Gambaris

US-Präsident George W. Bush und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon kündigten unterdessen an, den Druck auf das Regime in Birma erhöhen. Darüber verständigten sie sich in einem Telefongespräch am Dienstag. Es seien ernsthafte Gespräche zwischen der Militärregierung und der demokratischen Opposition notwendig mit dem Ziel, zu einer demokratischen Regierung zurückzukehren, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Dan Perino.

Ban habe Bush gesagt, dass der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari frühestens am Donnerstag nach Birma zurückkehren werde. Ein UN-Sprecher erklärte, es gebe allerdings noch keinen konkreten Termin für die Reise Gambaris. Angesichts des angekündigten Besuchs des UN-Sondergesandten hat die Militärregierung in Birma sieben Dissidenten freigelassen.

Es handelt sich um Mitglieder der Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die im Zuge der blutig niedergeschlagenen Proteste vor rund einem Monat inhaftiert worden waren. Ein Sprecher der Partei erklärte, nach wie vor seien mindestens 150 der 300 im September verhafteten Parteimitglieder im Gefängnis. Vielen werde medizinische Hilfe verweigert, die Haftbedingungen seien sehr hart.

Einsatz von Kindersoldaten

Für Aufsehen hat ein Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) gesorgt, wonach zahlreiche Kinder in Birma zwangsweise als Soldaten eingesetzt werden. Einige seien nicht älter als 10 Jahre, berichtete die Organisation am Mittwoch in New York. Im Auftrag der birmanischen Regierung betrieben zivile Vermittler praktisch einen Handel mit Kindern, um genügend Soldaten für die bewaffneten Streitkräfte des Landes zu bekommen. Die Zwangsrekrutierer erhalten den Angaben zufolge für jeden neu angeworbenen Soldaten Bargeld und andere Zuwendungen, selbst wenn sie klar gegen die Vorschriften über das Mindestalter und den Gesundheitszustand verstoßen.

Kindersoldaten in Birma

Kindersoldaten in Birma

Ein Junge berichtete der Menschenrechtsorganisation, er sei mit elf Jahren zwangsweise zum Militärdienst verpflichtet worden, obwohl er damals erst 1,30 Meter groß und 31 Kilo schwer gewesen sei. In den Rekrutierungszentren machen die Vermittler laut HRW regelmäßig falsche Angaben, um das gesetzliche Mindestalter von 18 Jahren zu umgehen. Die Armee sei besonders an Kindern interessiert, weil es wegen der miserablen Bedingungen in der Truppe einen Mangel an Soldaten gebe. Eine Arbeitsgruppe des Weltsicherheitsrats will sich den Angaben zufolge mit November mit den Vorwürfen befassen. Der HRW-Bericht "Sold to be Soldiers" (Verkauft, um Soldat zu werden) beruht auf Ermittlungen in Birma, Thailand und China. (stl)

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