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Politik

Möglicherweise Terrorangriff in Australien verhindert

Australische Sicherheitskräfte haben möglicherweise einen größeren Terroranschlag verhindert. Nach Behördenangaben wurden 16 mutmaßliche Terroristen während der letzten Planungsphase festgenommen.

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Terrorverdächtige werden zum Gericht gefahren

Die Terrorverdächtigen wurden in Sydney und Melbourne verhaftet, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag (8.11.2005). Den Behörden sei es gelungen, "die letzte Phase vor dem Beginn eines groß angelegten Terrorangriffs" zu unterbrechen. Zudem seien Chemikalien sichergestellt worden, mit denen möglicherweise Bomben gebaut werden sollten.

"Es gab Hinweise, dass eine Gruppe versucht hat, Chemikalien und andere Stoffe zur Herstellung von Sprengsätzen zu lagern", sagte der Regierungschef des Staates New South Wales, Morris Iemma, auf einer Pressekonferenz in Sydney. "Die Polizei geht davon aus, dass die Gruppe einen terroristischen Anschlag in Australien geplant hat", sagte er. Nach Polizeiangaben sind allerdings weder Zeitpunkt noch ein konkretes Ziel möglicherweise geplanter Anschläge bekannt. "Wir glauben, dass

sie eine Operation geplant haben; wir sind aber nicht sicher wann und - noch wichtiger - was oder wem sie Schaden zufügen wollten", sagte eine Polizeisprecherin.

Razzien in Vorstädten

Insgesamt waren den Angaben zufolge 400 Polizisten bei den Razzien in Vorstädten mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteil beteiligt. Unter den Festgenommen ist laut Polizei auch der radikale islamische Prediger Abdul Nacer Benbrika, der unlängst Osama bin Laden als "großen Mann" bezeichnet hatte. Anhänger des in Algerien geborenen Benbrikas waren im vergangenen Jahr dabei beobachtet worden, wie sie in Melbourne unter anderem das Gebäude der dortigen Börse und den Hauptbahnhof der zweitgrößten Stadt Australiens filmten.

Erst vor wenigen Tagen hatte Regierungschef John Howard gewarnt, es gebe gezielte Hinweise auf mögliche Terroranschläge. Das Parlament hatte kurz darauf ein Anti-Terrorgesetz im Eilverfahren verabschiedet. Es wird vermutet, dass das Gesetz auf Drängen des australischen Geheimdienstes ASIO erlassen wurde, damit die Sicherheitskräfte auch ohne detaillierte Kenntnis über geplante Anschläge Terrorverdächtige festnehmen können.

Lange Vorermittlungen

Der Razzia vom Dienstag waren 16-monatige Ermittlungen vorausgegangen. Der australische Geheimdienst hatte erst kürzlich eingeräumt, dass zu den beobachteten Extremisten im Land auch australische Staatsbürger gehören. Einige von ihnen seien von gewalttätigen Gruppen in Pakistan und Afghanistan ausgebildet worden.

In Australien leben rund 300.000 Muslime, etwa die Hälfte davon in der Millionenmetropole Sydney. Bislang ist der Fünfte Kontinent von Terroranschlägen verschont geblieben. Jedoch waren unter den mehr als 200 Todesopfern der verheerenden Anschläge auf Bali im Jahr 2002 rund 90 Australier. Bei dem jüngsten Anschlag auf der indonesischen Ferieninsel im Oktober waren vier Australier ums Leben gekommen. (mik)

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