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Kultur

Möglicherweise 300 Tote bei Fährunglück

Zwei Tage nach dem Untergang der Fähre "Teratai Prima" in Indonesien werden noch mehr als 230 Passagiere vermisst. Außerdem waren auf dem Schiff wohl auch noch mehrere "blinde Passagiere".

Eine Wand mit Bildern vermisster Passagiere; ein Mann (rechts) schaut auf eine Liste ohne Bilder (Quelle: AP)

Die Vermisstenliste der "Teratai Prima" ist lang

Die Suche nach den Vermissten gestaltete sich am Dienstag (13.01.2009) sehr schwierig. Stürmische See, starker Regen und heftige Winde behindern die Bergungsarbeiten. Der Sprecher des indonesischen Verkehrsministeriums Bambang Ervan sagte, acht Schiffe, darunter vier Kriegsschiffe, seien im Einsatz. Aber auch ihnen mache das schlechte Wetter zu schaffen. Drei Flugzeuge, die die Suche nach den Vermissten aus der Luft unterstützen sollten, hätten gar nicht aufsteigen können.

Bislang konnten von den mindestens 267 Passagieren und Besatzungsmitgliedern nur 33 lebend und eine Person tot geborgen werden. Die übrigen gelten als vermisst. Das Verkehrsministerium hatte aber bereits am Montag die Chancen als "minimal" bezeichnet, dass sie überlebt haben könnten.

Ein Schiff vor dem Anlegen am Pier, im Hintergrund die bewaldete Küste (Quelle: AP)

Ein Schiff läuft nach der Suche nach Vermissten in den Hafen ein

Die "Teratai Prima" war am Samstagabend aus dem Hafen von Pare-Pare auf der indonesischen Insel Sulawesi ausgelaufen. Ziel war Samarinda im Osten Kalimantans. Die zehn Jahre alte Fähre, die von der privaten Gesellschaft PT Nur Budi betrieben wurde, sank Sonntag im Morgengrauen etwa 50 Kilometer von Majene (im Westen Sulawesis) entfernt in der Straße von Makassar. Überlebende berichteten von bis zu vier Meter hohen Wellen.

Suche nach den Schuldigen

Verkehrsminister Jusman Syafii Djamal kündigte eine umfangreiche Untersuchung an. So müsse geklärt werden, warum die Fähre trotz Warnungen vor dem schlechten Wetter ausgelaufen sei und warum es eine mangelnde Abstimmung zwischen den Hafenbehörden von Pale-Pale und dem Kapitän der "Teratai Prima" gegeben habe. Dieser hat das Unglück überlebt. Die Meterologen hätten, so Jusman, ausdrücklich hohe Wellen und Stürme für die Seestraße zwischen Sulawesi und Kalimantan angesagt.

Der Chef der Transport-Sicherheitsbehörde Tatang Kurniadi sagte ergänzend, es müsse zudem geklärt werden, warum die Fähre innerhalb weniger Minuten gesunken sei, ohne dass der Kapitän die Möglichkeit gehabt hätte, ein Notsignal abzusetzen. Das hätten Überlebende berichtet. Bei den Untersuchungen helfen australische Experten.

Eine Frau (links) und ihr Mann (rechts). Die Frau hält Fotos ihrer Angehörigen hoch (Quelle: AP)

Auch dieses Ehepaar hofft auf überlebende Angehörige

Und noch etwas dürfte zu untersuchen sein: Die Fähre war wohl überladen, da mehr Passagiere als erlaubt an Bord waren und zudem noch 200 Tonnen Fracht transportiert wurden. Örtliche Medien berichten, mindestens 45 Personen hätten nicht auf der Passagierliste gestanden. Die Behörden wiesen alle Schiffe, die in der Unglücksgegend unterwegs sind an, nach Schiffbrüchigen Ausschau zu halten.

In Pare-Pare warten derweil Angehörige auf Nachricht und hoffen - wie die Lehrerin Sumaena. Fünf ihrer Familienmitglieder waren auf der Fähre: "Ich hoffe, dass sie lebend geborgen werden, wie diejenigen, die gestern (Montag) hier im Hafen angekommen sind". Eine andere Frau meinte: "Wir haben gehört, dass auf der Insel Ambo 21 Gestrandete gefunden wurden. Wir hoffen, dass unsere Angehörigen darunter sind". (hy)

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