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Politik

Mögliche Entspannung im Irak

Die irakische Rebellenhochburg Nadschaf ist hart umgekämpft. Nach Androhung einer "Entscheidungsschlacht" lenkte Schiitenführer el Sadr ein. Positive Nachrichten kamen auch von der irakischen Nationalkonferenz.

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US-Soldat in der Nähe des heiligen Gebietes um die Imam-Ali-Moschee

Kurz vor dem angedrohten Beginn einer neuen Offensive gegen seine Milizen in Nadschaf hat der radikale irakische Schiiten-Prediger Muktada el Sadr am Mittwoch (18.8.2004) in letzter Minute eingelenkt. El Sadr erklärte sich mit allen Bedingungen des Vermittlungsvorschlags der Nationalkonferenz für ein Ende der Kämpfe einverstanden. Scheich Ahmed el Schibani, ein Sprecher der Sadr-Bewegung, sagte in einem Interview mit dem arabischen TV-Sender "El Dschasira", der Prediger und seine Berater hätten sich entschieden, die Bedingungen des Vermittlungsangebots zu akzeptieren.

Der Vorschlag der Nationalkonferenz sieht neben dem Abzug von El Sadrs "Mahdi-Armee" aus dem heiligen Bezirk in Nadschaf auch die Entwaffnung der Kämpfer sowie die Umwandlung der Miliz in eine politische Partei vor.

In letzter Minute

Am Vormittag hatte Scheich Schibani noch erbitterten Widerstand angekündigt: "Wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, um die heilige Stadt zu verteidigen." Die irakische Übergangsregierung drohte daraufhin mit einer Erstürmung der Imam-Ali-Moschee, wo sich El Sadr verschanzt hat.

Anhaltende Straßenschlachten in Nadschaf

Ein Anhänger des Predigers Muktada el Sadr mit einem Raketenwerfer in Nadschaf

Bei den Kämpfen in der Schiiten-Hochburg hatten sich 2000 US-Soldaten und rund 1000 irakische Sicherheitskräfte bereits auf eine große Militäraktion vorbereitet. Irakische Kräfte rückten nach Angaben von Augenzeugen bis auf 500 Meter zur Imam-Ali-Moschee vor. Verteidigungsminister Hasem el Schaalan sprach von einer bevorstehenden "Entscheidungsschlacht". Am Nachmittag lieferten sich bereits amerikanische Truppen Kämpfe mit den Anhängern des Predigers.

Irakischer Nationalrat gewählt

Am Mittwochabend einigte sich der irakische Nationalkongress nach viertägiger Sitzung auf einen Nationalrat, der bis zu den geplanten Wahlen als Übergangsparlament fungieren soll. Dieser besteht aus 81 gewählten Mitgliedern und 19 vorherbestimmten Delegierten.

Die 1000 Männer und Frauen der Nationalkonferenz, die aus allen Schichten der irakischen Gesellschaft stammen, hatten seit Sonntag getagt. Die Abstimmung war mehrfach wegen der Kämpfe um die Pilgerstadt Nadschaf verschoben worden. (kas)

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  • Datum 19.08.2004
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