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Kultur

Möbeldesign: die neue Gemütlichkeit

In Köln hat die internationale Möbelmesse "imm cologne" ihre Pforten geöffnet. Der neue "Megatrend" der Branche heißt: Gemütlichkeit.

"Frauen wollen Kissen, Männer klare Kante." Das hatte erst erst kürzlich eine Wohnstudie des Hamburger Otto-Versands, eines führenden deutschen Online-Warenhauses, ergeben. Besichtigen lässt sich das jetzt auf dem Kölner Messegelände: Rund 1.300 Aussteller aus 50 Ländern führen eine Woche lang (bis 25.01.2015) rund 100.000 Möbel und Einrichtungsgegenstände vor.

Einrichtungsmesse IMM Cologne LivingKitchen 2015. Foto: Stefan Dege, DW

Einrichtungstrends im Jahr 2015 auf der imm cologne

Dafür betreiben sie großen Aufwand: Neben bildgewaltigen, ohrenbetäubenden Multimedia-Shows, die so manche Prachtfassade am Messestand erzittern lassen, wirken der gemeine Stuhl und das kissenüberladene Bett reichlich verloren. Fast könnte man meinen, Wohnen und Leben spiele sich nur noch in virtuellen Welten ab. Doch weit gefehlt: "Die Menschen wollen zu Hause durchatmen", erklärt Einrichtungsexpertin Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie die Gefühlslage ihrer Kundschaft. "Sie ziehen sich von Stress und Hektik des Alltags zurück." Entschleunigung sei das Zauberwort. Der "Megatrend Gemütlichkeit" gebe auch eine Antwort auf Globalisierung, Terrorgefahr und den grassierenden Verlust regionaler Identität.

Weiche Sofas und viele Kissen

Internationale Möbelmesse IMM Cologne. Foto: dpa

Wohlfühlen auf dem Sofa "Ginkgo"

Und wie sieht das dann aus? Nach Geismanns Worten legen Wohlfühlsucher Wert auf passende Details bei Möbelformen und -eigenschaften. Farben müssen warm, Stoffe kuschelig sein. Strick ist angesagt, Holz sowieso. Da wirken selbst Fliesen wie warme Holzböden. Ganz wichtig aber sind große, weiche Sofas und darauf möglichst viele Kissen. Das regt die Sinne an.

Einrichtungsmesse IMM Cologne LivingKitchen 2015. Foto: Stefan Dege, DW

Männer wollen klare Kante

Sofas und Sessel haben sichtbar "an Kante verloren": Sie kommen grazil daher. Mit geschwungenen Formen und abgerundeten Silhouetten lassen sie Trends der 1950er- und 60er-Jahre wieder aufleben. Dabei dürfen adäquate Begleiter nicht fehlen - kleine Schränkchen und diverse Beistelltische, Polster, Poufs und Hocker sind gefragte Accessoires, auch sie weich gezeichnet durch Form und Material. "Design und Wohnlichkeit", so das Credo der Branche, "das war nie ein Widerspruch!"

Unterkühlt war gestern

Internationale Möbelmesse IMM Cologne. Foto: dpa

Rund ist in, dazu viele Kissen: Das Sofa "Solid Wave"

Die formale Strenge des Designs soll der Vergangenheit angehören: Unterkühlt war gestern. Designermöbel sollen nicht mehr Fremdkörper sein, sondern schlicht gemütlich. Gleiches soll übrigens für die Küche gelten: Mit der "LivingKitchen" versammelt die Kölner Messe mehr als 200 nationale und internationale Aussteller aus 22 Ländern. Sie zeigen Neuheiten für den wichtigsten Raum im Haus - Küchengeräte, Spülen, Armaturen, Arbeitsplatten, Lichtlösungen, Zulieferprodukte und Accessoires. Der bestimmende Trend hier: Die Küche als Teil des "Smart Home", des computergesteuerten Zuhause.

Auch das hat die Wohnstudie des Otto-Versands an den Tag gebracht: Mobiliar soll nicht nur ansprechend aussehen, sondern auch praktisch sein und lange halten. Und natürlich spielt der Preis eine Rolle: Das höchste Ausgabe-Budget für Möbel, so die Befragung, habe ein älteres Paar ohne Kinder. Binnen fünf Jahre kann es im Schnitt 10.500 Euro für Möbel ausgeben, ein junges Pärchen hingegen nur rund 6.100 Euro. Gemütlichkeit, auch das zeigt die Einrichtungsmesse in Köln, hat eben ihren Preis.

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Die Einrichtungsmesse IMM Cologne/LivingKitchen in Köln dauert noch bis 25. Januar

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