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Aktuell Amerika

Mäusevirus befällt Zelturlauber

Die US-Nationalparkverwaltung schlägt Alarm. Zwei Besucher des Yosemite-Parks in Kalifornien sind am gefährlichen Hantavirus gestorben, das von Mäusen übertragen wird. Insgesamt könnten 10.000 Besucher infiziert sein.

Ein mikroskopischer Blick auf Partikel des Hantavirus (Foto: rtr)

Hantavirus Mäuse US Nationalpark Yosemite

Die amerikanische Nationalparkverwaltung NPS hat Warnhinweise an etwa 2900 Menschen verschickt, die für sich und ihre Begleitungen zwischen Mitte Juni und Ende August im berühmten Yosemite-Park Übernachtungen gebucht hatten. Am Dienstag war bekannt geworden, dass sich sechs Menschen mit einer gefährlichen Variante des Hantavirus infiziert hatten. Zwei Infizierte starben.

Oftmals zeigen sich die Symptome der Krankheit erst nach sechs Wochen. Die Signature-Zeltkabinen in Curry Village, dem Besucherzentrum des Parks, könnten deshalb seit dem 10. Juni verseucht gewesen sein, teilten die US-Gesundheitsbehörden am Freitag mit. In den speziell isolierten Zelten mit Doppelwänden fanden Parkangestellte bei der Reinigung in den Zwischenräumen etliche Mäusenester, hieß es. Am 24. August seien die Kabinen dann desinfiziert worden.

Bis zu 10.000 Urlauber bedroht

Da die Zelte auf vier Personen ausgelegt seien, könnten bis zu 10.000 Menschen dem von Mäusen und anderen Nagern übertragenen Virus ausgesetzt worden sein, das zu einem Lungensyndrom führen kann. Menschen können sich durch den Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nager, vor allem von Hirschmäusen, anstecken.

Blicka uf den Merced-See im Nationalpark Yosemite (Foto: epa/dpa)

Im Nationalpark Yosemite waren die infizierten Urlauber unterwegs

Die Erkrankung ist gefährlich und muss umgehend behandelt werden. Sie beginnt mit Fieber und Schmerzen, kann aber schnell lebensbedrohlich sein. Die Erreger können in schlimmen Fällen auch die Lunge oder Nieren befallen und Blutungen auslösen. Eine frühe Behandlung erhöhe die Überlebenschancen deutlich, teilten die Behörden mit. Seit der Entdeckung der Krankheit im Jahr 1993 hat die Behörde zur Seuchenkontrolle (CDC) in den USA insgesamt 587 Fälle registriert, davon rund 60 in Kalifornien. Ein Drittel der landesweit Infizierten starb.

Virus breitet sich auch in Deutschland aus

Hantaviren kommen weltweit vor. Sie werden in Deutschland vor allem über Rötelmäuse verbreitet, die die Erreger über Kot und Urin ausscheiden. Menschen infizieren sich meist dadurch, dass sie verunreinigten Staub einatmen, etwa bei Holzarbeiten im Wald und Garten sowie beim Reinigen von Kellern, Schuppen und Ställen.

Hierzulande trat der Hantavirus in der ersten Hälfte 2012 besonders häufig auf. Die Zahl der Erkrankungen erreichte in den ersten fünf Monaten mit bundesweit 965 gemeldeten Fällen einen Rekordwert erreicht. Das geht aus einer Statistik des Berliner Robert-Koch-Instituts hervor. Demnach ist Baden-Württemberg besonders stark betroffen: Im Südwesten wurden 696 Erkrankungen registriert und damit mehr als zwei Drittel aller in Deutschland bekannt gewordenen Fälle. Auch in anderen Bundesländern ist die Zahl der Infizierten sprunghaft gestiegen. Der Präsident des Instituts, Reinhard Burger, sagte dazu im Juni, die Infektionsgefahr sei im Frühjahr und Sommer generell höher, das Nagetiere dann besonders aktiv seien und Menschen sich öfter im Freien aufhielten.

kle/rb (afp, dapd, rtr)