Männer in Bremen misshandeln vermeintlichen Pädosexuellen | Aktuell Deutschland | DW | 14.06.2018
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Selbstjustiz

Männer in Bremen misshandeln vermeintlichen Pädosexuellen

Nach einer Fernsehsendung über Pädophilie ist in Bremen ein 50-Jähriger in seiner Wohnung überfallen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Täter wollten den Mann in dem Beitrag erkannt haben. 

Mehrere Männer haben in Bremen einen Mann überfallen, weil sie glaubten, ihn in einem TV-Beitrag über Pädophilie wiedererkannt zu haben. "Sie meinten, im Beitrag die Anschrift des dargestellten Mannes identifiziert zu haben und suchten diese auf", teilte die Polizei mit. Die unbekannten Täter drangen demnach in die Wohnung des 50-Jährigen auf und misshandelten ihn schwer. 

Der am Dienstagmittag Überfallene schwebe unterdessen nicht mehr in Lebensgefahr, so die Polizei. Es werde wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. 

Nach derzeitigen Erkenntnissen werde nicht davon ausgegangen, dass in dem betroffenen Wohnhaus Menschen mit pädophiler Neigung wohnen, hieß es weiter. Die Polizei wies ausdrücklich darauf hin, dass niemand das Recht hat, die Justiz in die eigene Hand zu nehmen. "Keine Form und kein Anlass zur Selbstjustiz sind tolerierbar. Es ist die Aufgabe der Staatsanwaltschaft und der Polizei, Straftaten zu verfolgen." Wie viele Täter es waren, war noch unklar. Die Kriminalpolizei ruft mögliche Zeugen auf, sich zu melden.

Der Sender hatte in einem Beitrag geschildert, wie Reporter über das Internet Kontakt zu vermeintlich Pädophilen suchten. Der Film zeigte in der Folge einen Mann, dessen Verhalten durch die Reporter als verdächtig beschrieben und der dabei gefilmt wurde. 

stu/jv (dpa, presseportal.de)
 

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