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Kultur

Mäh ihn noch einmal, Mann!

Das liebste Gartengerät des Deutschen ist der Rasenmäher. Aber bitte nicht in der Mittagspause zwischen eins und drei. Und überhaupt ist Rasenmähen doch Männersache. Von wegen, sagt der Baumarktverkäufer.

Mann mit Rasenmäher (Foto: Marlis Schaum)

Nur mit dem Handrasenmäher..

Der Rasen von Peter Murmann ist eine trostlose Angelegenheit. Bräunlich gefleckt, von der Hitze verdörrt. Egal. Jeden Tag wässern an heißen Sommertagen, das sieht er nicht ein, der Vorsitzende der Kleingartenanlage "Butzweiler I" im Kölner Norden. Aber wenn man ihn fragt wie ein ordentlicher Rasen auszusehen hat, sagt er ohne Neid: "Wie der von den Fietkaus!"

Tatsache: Halm neben Halm neben Halm, grün, saftig, glänzend, 14 Millimeter hoch. Rasenmischung: Berliner Tiergarten. "Es gehen viele Leute hier vorbei und gucken und fragen: Wie macht der das, warum hat der so einen schönen Rasen?!", sagt Leo Fietkau stolz. Sein Geheimnis: an heißen Tagen täglich wässern, alle sechs Wochen ordentlich düngen. Und einmal pro Woche mähen. Leo Fietkau hat 40 Jahre Übung im Rasen schön machen. Er schwört beim Mähen auf seinen Handrasenmäher. Der Schnitt werde mit ein bisschen Übung besonders gleichmäßig und man könne die Halme viel kürzer schneiden als mit jedem anderen Mäher.

Rasenfläche (Foto: Marlis Schaum)

...sieht Rasen am Ende so schön aus! Davon ist Leo Fietkau überzeugt

Mähen für Muckis

Das Schieben sei nicht so schwierig, nur für eine Frau wahrscheinlich schon anstrengender als für einen Mann. Seine Ingrid kümmere sich eher um die Blumen, davon habe er keine Ahnung, sagt Leo Fietkau. Daraufhin muss Ingrid allerdings lächeln und während Leo gleichmäßig die Halme der Tiergartenmischung abrasiert, erklärt sie, dass sie sehr wohl regelmäßig den Rasen mähe. "Das ist einfach. Da kann man nichts falsch machen. Und für die Fitness ist es auch gut!"

Da haben wir es wahrscheinlich, das Argument, das auch Frauen hinter die Rasenmäher treibt: Fitness. Baumarktverkäufer David Rieschner bestätigt nach sechs Jahren Erfahrung, dass Frauen sich inzwischen sehr fürs Rasenmähen interessieren. Allerdings eher für die Elektrorasenmäher, die seien leichter. "Bei den Benzinrasenmähern stimmt das Klischee, dass sich dafür eher die Männer interessieren. Die sind größer und schwerer, man muss ein bisschen technisch begabt sein, um auch mal Benzin nachzufüllen oder den Ölstand zu prüfen."

Mäher für die Mittagsruhe

Benzinrasenmäher, aufgereiht im Baumarkt (Foto: Marlis Schaum)

Eine kleine Auswahl an Benzinmähern

Wenn die große Mäher-Auswahl anstehe, seien die technischen Fragen bei Männern und Frauen aber gleich. Frauen sei lediglich die Farbe des Mähers wichtiger als den Männern. Die wiederum wollen, dass ein Rasenmäher stabil sei, damit man damit auch mal grob umgehen kann. Soweit ist das Klischee wieder bestätigt. "Aber die Frauen entscheiden oft übers Geld." Und somit über den Rasenmäher. Rasenmähen ist also kein Männerding mehr. Es gibt ja auch inzwischen eine große Auswahl, die in jedem die Mäh-Lust anstachelt: Benzin-, Elektro-, Hand-, und sogar mit Lithium-Ionen-Technologie betriebene Mäher. In jeder Größe, unterschiedlich schwer, mit Service-Schnickschnack oder ohne. Deutschland, du Rasenmäherparadies! Die neuen Lithium-Dinger sind übrigens so leise, dass man damit sogar in der Mittagspause mähen kann. Obwohl, das kann Leo Fietkau mit seinem Handmäher ja schon seit 40 Jahren…

Autorin: Marlis Schaum

Redaktion: Petra Lambeck

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