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Mächtig viele Machtworte

Sie ist heiß begehrt und mächtig gefürchtet. Man kann sie demonstrieren, missbrauchen und hungrig nach ihr sein. Beinahe überall begegnen wir ihr, der Macht – auch in der Alltagssprache. Sprechen wir ein paar Machtworte.

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Mächtig viele Machtworte

Macht ist ein umkämpftes Gut: Wer sie hat, kann Dinge entscheiden oder über Personen bestimmen – im kleinen wie im großen Rahmen. Die einen streben nach ihr, die anderen wollen sie erhalten oder gar vergrößern: Manche Machtlose sind machthungrig und verfolgen Machtinteressen, Machthaber nutzen Machtinstrumente, um ihren Machterhalt zu sichern und einen Machtverlust zu verhindern. Macht und den Kampf um sie gibt es wohl überall dort, wo es Lebewesen gibt. In Deutschland ist der Machtbegriff stets mit dem großen Schrecken der Vergangenheit verbunden.

Macht: In Deutschland ein heikler politischer Begriff

Hilters Machtergreifung mit Hitler, der aus dem Fenster eines Gebäudes guckt. Darunter ein Fackelzug

Einen Machtergreifung mit verheeerenden Folgen

Denn nachdem die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren die Macht übernommen hatten, begingen sie – mit Adolf Hitler an der Spitze – die wohl größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts in Europa: Ihr systematischer Machtmissbrauch führte unter anderem zum Völkermord an bis zu sechs Millionen Juden – und zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Bekanntlich haben diesen die Großmächte Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich gewonnen. Die sogenannten Siegermächte teilten Deutschland nach Kriegsende 1945 in vier Besatzungszonen auf. Das Grundgesetz der westdeutschen Bundesrepublik legte vier Jahre später den Grundstein für die Demokratie, in der alle Macht vom Volke ausgeht.

Vermögen: Die Macht des Geldes

Erstaunlich ist, dass sich das Wort „Macht“ sprachgeschichtlich aus der Präsensform des unschuldigen Verbs „mögen“, ableitet: „mag“. Damit kann – je nachdem – ein Wunsch, eine Vermutung oder eine Zuneigung gegenüber einer Person oder Sache ausgedrückt werden: „Ich möchte gern“, „Das mag so sein“ oder „Ich mag dich sehr“.

Symbolbild: Macht des Geldes Dollar- und Euro-Münzen im bildlichen Dreheffekt

„Geld regiert die Welt“

Und wer etwas zu tun vermag, der ist dazu in der Lage. Umgekehrt bezeichnet das Unvermögen den Mangel an einer bestimmten Fähigkeit. Dem Begriff des Vermögens begegnet man allerdings sehr viel häufiger: Wer ein großes Vermögen hat, besitzt sehr viel Geld. Und mancher setzt dieses ein, um sich – auf Kosten anderer – seine Macht zu erkaufen. Die Macht des Geldes ist riesengroß: sprichwörtlich regiert ja Geld die Welt.

Macht im Alltag

Macht gibt es jedoch nicht nur in der hohen Politik und der Wirtschaft. Sie existiert auch im Kleinen, im täglichen Leben, auch in dem eines Studenten, der etwa mit dem Prüfungsamt zu tun hat. Nehmen wir mal Tom. Eigentlich weiß er ja, dass die Anmeldungsunterlagen für wichtige Prüfungen rechtzeitig vorliegen müssen, aber bei ihm siegt leider die Macht der Gewohnheit, nämlich alles auf den letzten Drücker zu machen.

Dann gerät er in Stress, Dokumente müssen gesucht werden – „Wo hab ich sie denn nur hingelegt?“, und andere schnell noch im Computer hochgeladen und ausgedruckt werden. Anschließend heißt es für ihn: Tasche packen und den Bus bekommen. Ja und wie es dann so ist: Der Bus steht noch, aber leider will gerade dieser Busfahrer seine Macht demonstrieren. Er öffnet die Tür nicht und fährt einfach los!

Mächtige Gefühle

Die Rücklichter eines Busses an der Bushaltstelle

Da soll man nicht mächtig wütend werden ...

Und Tom fragt sich: Hat sich denn alle Welt gegen mich verschworen? Er ist mächtig wütend und fühlt sich machtlos, kann an der Situation aber nichts ändern. Nun heißt es, alles in seiner Macht stehende zu tun, um doch noch rechtzeitig zur Uni zu kommen. Vielleicht hilft ja auch ein Stoßgebet zum Himmel und der nächste Bus kommt etwas eher.

Zwar glaubt er weder an gute noch an böse Mächte, aber vielleicht klappt‘s – nur dieses eine Mal, lieber Gott! Du, der Allmächtige vermagst doch viel! Aber Pech gehabt, kein Bus. Also auf die eigenen Füße vertrauen und schnell rennen. Schweißgebadet kommt er am Prüfungsamt der Uni an: zwei Minuten zu spät.

Machtworte in Machtkämpfen

Dort hat er leider auch noch mit einer Dame zu tun, die offenbar ihre Macht ausspielen will: „Sie sind zu spät, ich kann nichts mehr für Sie tun“, sagt sie mit einem seltsamen Unterton. Auf einen Machtkampf will er sich jetzt nicht einlassen.

Er könnte zwar ihren Vorgesetzten verlangen, der Kraft seines Amtes ein Machtwort sprechen und seine Mitarbeiterin ermächtigen könnte, die Anmeldung anzunehmen. Aber dieses Mal vertraut er der Macht seiner Worte. Schließlich hat er nicht umsonst dieses Rhetorik-Seminar besucht!

Die Macht der Worte

In gewisser Weise hat auch das Sprachvermögen einiges mit Macht zu tun: Denn wer einer Sprache mächtig ist, versteht die anderen nicht nur, sondern kann sich selbst auch ausdrücken. Wer eine Sprache lernt, muss sich daher mächtig ins Zeug legen, um das zu erreichen. Wer’s am Ende aber schafft, kann mächtig stolz
auf sich sein.

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