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Politik

Mäßig erfolgreiche Gespräche

Nach einem mehrtägigen Treffen Nord- und Südkoreas ist noch immer kein Ende des Atomkonflikts in Sicht. Pjöngjang will direkt mit Washington sprechen und die UNO das Problem vor den Weltsicherheitsrat bringen.

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Bei Atomraketen hört für viele Südkoreaner der Spaß auf

Da hat auch die Nachbarschaft nichts genützt: Südkorea ist bei neuen Versöhnungsgesprächen mit Nordkorea damit gescheitert, dem Bruderstaat Zugeständnisse im Konflikt um dessen Atomprogramm abzuringen. Zum Abschluss des viertägigen Ministertreffens in Seoul teilten beide Seiten am Freitag (24. Januar 2003) mit, sie hätten "vollständig ihre jeweiligen Positionen in der Nuklearfrage ausgetauscht und sich auf die Zusammenarbeit für eine friedliche Lösung geeinigt."

Enttäuschung in Seoul

Die Regierung in Seoul zeigte sich jedoch enttäuscht, dass Nordkorea keine Zusagen für konkrete Schritte gemacht habe. Wenige Stunden später kündigte sie an, dass Südkorea im Bemühen um eine diplomatische Lösung der Krise einen Sondergesandten nach Pjöngjang schicken werde.

Die Atomenergiebehörde der Vereinten Nationen (IAEA) will indess am 3. Februar darüber beraten, ob der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm vor den Weltsicherheitsrat gebracht werden soll. Die Vertreter der 35 Aufsichtsstaaten der IAEA wollen sich dazu in Wien treffen. Sollte es eine formelle Benachrichtigung des Weltsicherheitsrats darüber geben, dass Nordkorea gegen internationale Atomverträge verstoße, droht Ärger. Das kommunistische Nordkorea muss dann mit Sanktionen rechnen.

Ziel verfehlt

In die nun beendeten koreanischen Gespräche ist Seoul mit dem Ziel gegangen, dem Nachbarstaat die Zusage zu entlocken, sein Atomwaffenprogramm rasch zu beenden und seinen Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag zurückzunehmen. Damit ist Südkorea gescheitert. Der nördliche Nachbarstaat bekräftigte bei den Gesprächen stattdessen seine bekannte Position: Pjöngjang wolle die Nuklearfrage direkt zwischen Nordkorea und den USA klären. Die Ankündigung der Atombehörde, die Vereinten Nationen ins Spiel zu bringen, kommt da nicht gelegen. Dafür bekräftigten die Nordkoreaner aber auch nochmals, sie hätten nicht die Absicht Atomwaffen herzustellen. Seoul versucht schon seit Beginn des Atomstreits vor drei Monaten zwischen Pjöngjang und Washington zu vermitteln.

Darum schickt Südkoreas neu gewählter Präsident Roh Moo Hyun auch seinen Sicherheitsberater gen Norden. Lim Dong Won wird am Montag (27. Januar 2003) für zwei bis drei Tage in Pjöngjang erwartet. Staatschef Roh will zudem dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il ein Treffen der beiden Männer ohne Vorbedingungen vorschlagen. (kap)

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