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Löw will keine XXL-WM

Jan-Hendrik Raffler mit sid, dpa
5. Oktober 2016

Bundestrainer Joachim Löw lehnt die Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino für eine weitere Ausweitung des Teilnehmerfeldes bei Fußball-Weltmeisterschaften ab. Er fürchtet eine "Verwässerung der Qualität".

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Fußball UEFA EURO 2012 Italien - Deutschland Niederlage Joachim Löw
Findet eine WM mit 32 Mannschaften optimal besetzt: Bundestrainer Joachim LöwBild: picture-alliance/dpa/B. Zborowski

FIFA-Chef Gianni Infantino will von 2026 an 48 Teams an einer WM teilnehmen lassen, Bundestrainer Joachim Löw lehnt das ab: "Die besten Mannschaften sollen bei der WM und der EM dabei sein. Wenn man immer weiter aufstockt, gibt es eine Verwässerung der Qualität". Er kenne zwar die konkreten Pläne von Infantino nicht, aber aus sportlicher Sicht sei eine WM mit 32 Mannschaften hervorragend und optimal besetzt.

Löw weiß, dass eine weitere Aufstockung auch sportpolitisch zu betrachten sei. Er geht davon aus, Infantino würde damit kleinere Fußballverbände umgarnen. Man dürfe das Rad aber "nicht überdrehen", so Löw bei seiner Ankunft in Hamburg, wo sich die Nationalelf auf die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und Nordirland vorbereitet, zu einer weiteren Aufblähung der Turniere.

Schon die EM war so groß wie noch nie

Island Fußball Nationalmannschaft UEFA 2016 Europameisterschaft
Fußballnationen wie Island könnten von einer "XXL-WM" profitierenBild: picture-alliance/dpa/F. Gambarini

In diesem Sommer war die Europameisterschaft in Frankreich so groß wie noch nie. Erstmals machten 24 Mannschaften mit. Auch das hatte im Vorfeld zu Diskussionen geführt. Da Infantinos Vorhaben aber erst für die WM 2026 gelten soll, werden die nächsten WM-Endrunden 2018 in Russland und 2022 in Katar aber auf jeden Fall noch wie geplant mit 32 Teams ausgetragen. 

Vor seiner Wahl zum Nachfolger von Ex-Fifa-Chef Joseph Blatter hatte Infantino zunächst mit dem Versprechen einer Erhöhung auf 40 WM-Starter gepunktet. Nun geht der Schweizer noch einen Schritt weiter und sagt: "Mit 40 Teams, das rechnet sich nicht." Stattdessen will er die Ausweitung auf 48 Mannschaften.

80 statt 64 WM-Spiele

Sein Plan sieht vor, dass zunächst 32 Mannschaften in einer Playoff-Runde gegeneinander spielen. Die 16 Sieger daraus würden dann in die Gruppenphase einziehen und dort auf 16 gesetzte Teams treffen. Danach ginge es im derzeitigen Modus mit Gruppenspielen und K.o.-Phase weiter.

Nach diesem Modell würde es dann also 80 statt 64 WM-Spiele geben, was natürlich auch mehr Geld durch TV-Einnahmen einbringen würde. Ob Infantinos Vorhaben Realität wird, entscheidet sich vielleicht schon Mitte Oktober. Dann berät das FIFA-Council in Zürich über ein neues WM-Format und den Vergabeprozess für das Turnier im Jahr 2026.