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Kultur

Lyriker Jürgen Becker geehrt

Der 82-jährige erhält mit dem Georg-Büchner-Preis die wichtigste literarische Auszeichnung Deutschlands. Er kann auf ein umfassendes Werk zurückblicken und ist weit davon entfernt, den Stift niederzulegen.

"In seinem über Jahrzehnte gewachsenen Werk hat er die Gattungsgrenzen von Prosa beharrlich neu vermessen und verändert", begründete die Jury der

Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung

die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung. Becker sei einer der wichtigsten Lyriker und Prosaisten der deutschen Gegenwartsliteratur und überdies Vorbild und Inspiration für etliche junge Autoren. Dabei war Beckers literarischer Weg alles andere als vorgezeichnet.

Vom Studienabbrecher zum Westdeutschen Rundfunk

Am 10. Juli 1932 in Köln geboren, verbrachte Jürgen Becker seine Kindheit in Köln und Erfurt. Nach seinem Abitur studierte er Theaterwissenschaften, Germanistik und Kunstgeschichte in Köln, brach jedoch 1954 sein Studium ab und war danach in vielen verschiedenen Berufen tätig: Von 1959 an arbeitete Becker beim Westdeutschen Rundfunk in Köln, war ab 1964 Verlagslektor bei Rowohlt in Hamburg und von 1965 bis 1967 Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Seit 1968 ist Becker freier Schriftsteller, was ihn allerdings nicht davon abhielt, zudem ab 1973 die Leitung des Suhrkamp-Theaterverlags zu übernehmen. Von 1974 bis 1993 leitete er außerdem die Hörspielabteilung des Deutschlandfunks.

Seine ersten Prosabände "Felder" und "Ränder" (1964) machten Becker zunächst als Autor experimenteller Texte bekannt, bevor er sich als Lyriker hervortat. Über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten hat Becker ein vielschichtiges poetisches Werk geschaffen, in das neben der eigenen Biografie auch Geschichte und Politik Eingang fanden. Für den Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering, gehört Jürgen Becker zu den Klassikern der deutschen Gegenwartsliteratur. Mit der Vergabe des Büchner-Preises wolle man nicht nur sein herausragendes Werk ehren, sondern es vor allem neuen und jungen Lesern zugänglich machen: "Seine Texte zeigen uns die Welt, in der wir leben auf eine ganz neue Weise", so Detering im

DW-Interview

Ende Mai 2014.

Viele prominente Preisträger

Jürgen Becker wurde mit dem Georg-Büchner-Preis 2014 ausgezeichnet

Jürgen Becker hält seine Dankesrede

Als Georg-Büchner-Preisträger reiht sich Jürgen Becker in die Mitte vieler herausragender Autoren ein: Günter Grass (1965), Heinrich Böll (1967), Erich Kästner (1957) und Elfriede Jelinek (1998) etwa wurden mit der bedeuteten Ehrung bedacht, die schon seit 1951 jedes Jahr von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im hessischen Darmstadt verliehen wird.

Namensgeber des Preises ist der deutsche Revolutionär und Dramatiker Georg Büchner, der 1813 im Großherzogtum Hessen geboren wurde und 1837 in Zürich starb. Die Auszeichnung richtet sich Schriftsteller und Dichter, "die in deutscher Sprache schreiben, durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben". Erstmals verliehen wurde der Preis am 11. August 1923 vom "Volksstaat Hessen", damals "an bildende Künstler, an Dichter, an Künstler, an hervorragende ausübende Künstler, Schauspieler und Sänger". 1951 wurde die Auszeichnung in einen Literaturpreis umgewandelt und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zur Verfügung gestellt.

as/rb (dpa / deutscheakademie.de)

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