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Reise

Luxus-Camping bei Rockfestivals beliebt

Stinkende Mobil-Klos und Müllberge stören so manchen Besucher großer Rockfestivals. Deshalb bieten Betreiber inzwischen auch luxuriösere Camping-Varianten an, so auch beim "Rock im Park" am vergangenen Wochenende.

Zelten beim Rock im Park 2014 Nürnberg

Eigene Parzelle: Center Stage Camping beim "Rock im Park"

Senta und Ernest aus Berlin schlendern gemütlich von der Bühne zu ihrem Zelt. Der Übergang ist fließend - vielleicht 100, 200 Meter trennt die temporäre Schlafstätte der beiden von dem Ort, an dem Metallica-Frontmann James Hetfield von der Bühne brüllt und Bands wie Kings of Leon die Rockfans begeistern. "Die Lage ist schon praktisch", sagt Senta. Die beiden 26 und 28 Jahre alten Berliner hatten sich für eine besonders luxuriöse Variante des Festival-Wahnsinns bei "Rock im Park" entschieden.
Beim Center Stage Camping auf dem Nürnberger Zeppelinfeld fehlt das festivaltypische Duftgemenge, das volle Chemie-Toiletten, Wildpinkler und Hardcore-Griller spätestens an Tag zwei verbreiten. Auch die Berge von Bierdosen und Einweggrills, die hier und da gerne den Eingang zum Zelt versperren, sucht man vergeblich. "Ich bin eben an einem normalen Zeltplatz vorbeigelaufen", sagt Senta. "Der ist schon ziemlich vermüllt. Ich bin froh, dass wir da nicht schlafen müssen."

Zelten beim Rock im Park 2014 Nürnberg

Können die Festivalfreude trüben: Müll und Platzmangel

400 Menschen konnten nach Veranstalter-Angaben auf dem Luxus-Zeltplatz am vergangenen Wochenende ihr erschöpftes Haupt zur Ruhe betten. 150 Euro kostete der Spaß - zusätzlich zu den 200 Euro, die schon das Vier-Tages-Ticket kostet. Dafür gab es aber direkt neben der größten Festival-Bühne Duschwagen, richtige Toiletten - und abgetrennte Parzellen für jedes Zelt. Ein Rocker-Schrebergarten. Der Camping-Platz war komplett ausgebucht - genau so wie das "Green Camping", eine ruhigere und ökologischere Alternative zu den lauten und oft vermüllten Campingplätzen. Auch die Plätze, auf denen von 1.00 Uhr an Nachtruhe gilt, waren schnell komplett vergeben. Ausbau in den nächsten Jahren wahrscheinlich.

Nach Ansicht des Freizeitforschers Ronald Hitzler liegen derzeit "Angebote für Bessersituierte" auch bei Musikfestivals im Trend. "Da gibt es in den vergangenen zwei bis drei Jahren eine Veränderung", sagt der Soziologe von der Technischen Universität Dortmund.

In direkter Nachbarschaft zur Kleingartenanlage vor der Center Stage befand sich bei "Rock im Park" die Prosecco-Bar. Dort gab es neben dem namensgebenden Sprudel-Getränk Weinschorle für vier Euro und einen "Erdbeer-Frozen-Cocktail" mit Wodka für sechs Euro, der bei den hochsommerlichen Temperaturen besonders gut lief, wie Kellnerin Claudia sagt. "Bei Metallica hatten wir den Mega-Stress. Da waren ja viele ältere Leute hier, die sich den ganzen Quatsch tagsüber nicht geben. Und die haben sich gefreut, dass es nicht nur Bier, sondern auch Wein gibt."

Vor sechs Jahren habe es die Prosecco-Bar zum ersten Mal auf dem Festival gegeben. "Damals haben sich die Leute darüber lustig gemacht", sagt Claudia. "Heute kommen auch die Jungs zu uns." Am Bierstand nebenan sei aber immer noch mehr los gewesen, räumt sie ein.