Luther und Bach im UNESCO-Dokumentenerbe | Aktuell Kultur | DW | 09.10.2015
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Aktuell Kultur

Luther und Bach im UNESCO-Dokumentenerbe

Vor dem Vergessen geschützt im globalen digitalen Netzwerk finden sich nun frühe Schriften des Reformators Martin Luther. Auch eine Messe des deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach wurde aufgenommen.

Das Portrait Martin Luthers auf einem Magneten (Foto: dpa)

Das Portrait Martin Luthers auf einem Magneten

Das deutsche Dossier zur Reformationsbewegung, das ins Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde, umfasst Manuskripte, Briefe und Originaldrucke von Schriften des Reformators Martin Luther, wie die UN-Kulturorganisation (UNESCO) in Paris mitteilte. Darunter ist auch ein Plakatdruck seiner 95 Ablassthesen. Luther hatte am 31. Oktober 1517 seine Thesen zur Kirchenreform veröffentlicht. Der Zeitpunkt gilt als Beginn der Reformation, einer kirchlichen Erneuerungsbewegung, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen führte.

"Meilenstein der Musikgeschichte"

Die ebenfalls aus Deutschland ins Weltdokumentenerbe aufgenommene Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach sei ein "Meilenstein der Musikgeschichte", hatte die deutsche UNESCO-Kommission im Vorfeld erklärt. Bach hatte das Manuskript vor seinem Tod in den Jahren 1748 und 1749 verfasst.

Goldener Brief

Auch drei Dokumente, die aus Gemeinschaftsnominierungen stammen, an denen auch deutsche Experten beteiligt waren, sind jetzt im globalen digitalen Netzwerk vertreten: Ein Brief aus purem Gold des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen Regenten George II. aus dem Jahr 1756, der in der niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover aufbewahrt wird. Hinzu kamen auch digitale Sammlungen zur Sprachenvielfalt weltweit sowie persische und arabische Handschriften des Buches "Al-Masaalik Wa Al-Mamaalik". Die älteste arabische Handschrift des Buches befindet sich in einer Bibliothek in Gotha.

Insgesamt hat die UNESCO 47 Dokumente neu in das Weltregister aufgenommen, darunter theologische Schriften Isaac Newtons, koreanische Holzdruckblöcke aus der Zeit von Konfuzius und das älteste Buch Europas "Derveni Papyrus". Damit folgte Generaldirektorin Irina Bokova der Empfehlung des Internationalen Komitees "Memory of the World", das Anfang Oktober in Abu Dhabi tagte.

se/cw (dpa, unesco)