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WM 2018 in Russland

Luschniki-Eröffnung endet im Chaos

Nach dem ersten Spiel im wichtigsten Stadion der WM in Russland kommen viele Fans nur schwer wieder nach Hause. Bei Kälte und Regen müssen sie viele Kilometer bis zur Metro laufen. Die Regierung mahnt Besserung an.

Die Feuertaufe für das renovierte Luschniki-Stadion vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist in einem organisatorischen Chaos für Zehntausende Fans geendet. Nach dem Spiel der russischen Nationalmannschaft am Samstagabend gegen Argentinien (0:1) sperrte die Moskauer Polizei zahlreiche Straßen der Hauptstadt und einige wichtige Metro-Zugänge. Das hatte für viele Zuschauer die unangenehme Folge, dass sie mehrere Kilometer zu Fuß gehen mussten, um das Stadion-Gelände zu verlassen. Zahlreiche Fans beklagten, sie hätten bis zu zwei Stunden gebraucht, um von der Arena zur Metro zu gelangen.

Die russische Presse schrieb am Montag von Fehlplanung und einem "völligen Scheitern". Eigentlich sollte das Spiel ein sportlicher Höhepunkt der WM-Vorbereitung des Gastgebers werden, mit dem Russland das alte Olympiastadion der Sommerspiele von 1980 nach gut vier Jahren Bauzeit wieder eröffnete. In der Arena sind kommenden Sommer unter anderem das Eröffnungsspiel und das WM-Finale geplant. Doch der Unmut über die Probleme nach dem Abpfiff überschattet selbst die Niederlage und die von Sportreportern als langweilig eingestufte Partie.

Mutko: "Makellose Organisation"

Zu dem Spiel waren fast 79.000 Zuschauer gekommen. Wegen der großen Menschenmassen in dem schmalen Korridor zur Metro ging es nur im Gänsemarsch voran. "Bei Regen und fünf Grad, im November! Kinder, Frauen und alte Menschen", zitierte die Zeitung "Kommersant" den erbosten russischen Olympiasieger im Eiskunstlauf, Maxim Trankow. Weil die Züge auf der roten Metro-Linie die Massen alleine nicht schnell genug abtransportieren konnten, mussten viele Menschen rund vier Kilometer bis zur übernächsten Haltestelle laufen.

Die Stadt Moskau räumte am Montag ein, dass es Fehler gegeben habe, die nun analysiert würden. Ein Problem sei gewesen, dass es an einer Haltestelle zu der die Polizei die Fans geleitet hatte, noch Bauarbeiten gegeben habe, sagte Wladimir Tschernikow von der Stadtverwaltung. Künftig müsse es Shuttle-Busse zwischen dem Stadion und Metro-Haltestellen geben.

Vize-Regierungschef und Fußballverbandspräsident Witali Mutko entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten. Er forderte die Stadt, das Innenministerium und das WM-Organisationskomitee auf, die Pläne nach dieser Erfahrung zu überarbeiten. "Das Luschniki ist das wichtigste Stadion des bevorstehenden Turniers. Hier finden das Eröffnungsspiel, ein Halbfinale und das Finale statt, und die Organisation muss makellos sein", sagte Mutko.

asz/ck (dpa, sid)

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