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Wirtschaft

Lukrative Aufträge für deutsche Unternehmen in der Golfregion

Bundeskanzler Schröder ist zufrieden von seiner Arabienreise nach Berlin zurückgekehrt. Die Bilanz ist für viele der mitgereisten Unternehmer märchenhaft. Die wichtigsten Vertragsabschlüsse im Überblick.

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Exportschlager: der Spürpanzer Fuchs

Wie hoch das Gesamtvolumen der Verträge ist, die mitreisende Unternehmer während der Arabien-Reise von Bundeskanzler Gerhard Schröder abgeschlossen haben, ist nur schwer möglich. Die Angaben schwanken zwischen einer und vier Milliarden Euro. Einige Vereinbarungen waren bereits im Vorfeld geschlossen worden, viele Geschäfte wurden zunächst nur angebahnt. Außerdem präsentieren Unternehmen nicht immer alle Vertragsabschlüsse der Öffentlichkeit. Eins ist aber sicher: die Golfregion bietet deutschen Unternehmen enorme Gewinnchancen, vor allem in den Bereichen Verkehr, Umwelttechnik und Rüstung.

So schätzt der Vorstandsvorsitzende von ThyssenKrupp Marine Systems, Klaus Borgschulte, die Chancen allein für sein Unternehmen in der Region auf mehrere Milliarden Euro. Das Rüstungsunternehmen Diehl kalkuliere seine Chancen auf 1,2 Milliarden Euro, berichtete das Magazin Focus unter Berufung auf den Unternehmenschef Thomas Diehl weiter.

Vereinigte Arabische Emirate

Rheinmetall will den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) 32 "Fuchs"-Spürpanzer liefern. Der Auftrag hat ein Volumen von 160 Millionen Euro.

Rhode und Schwarz wird Kommunikationssysteme für 100 Millionen Euro liefern.

Die Siemens AG ist zu 50 Prozent an einem Bauprojekt von einem Gesamtvolumen von 860 Millionen US-Dollar beteiligt. Dabei geht es um die Erweiterung eines Kraftwerks und den Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage.

Hochtief konnte zusätzlich zu den bereits vorab geplanten Vertragsabschlüssen noch einen Auftrag zum Ausbau eines Industriegebiets über 115 Millionen Doller erzielen.

Die European Corporate Management Group plant die Auflage eines Beteiligungsfonds von 100 Millionen Euro gemeinsam mit der Dubai Bank.

Fichtner Consulting Engineers beteiligt sich mit zwei Millionen US-Dollar bei einem Kraftwerksprojekt.

Die Emirate bekundeten zudem in einer Vereinbarung mit dem Consulting-Unternehmen Dornier Interesse an deutscher
Bahntechnik und speziell der Transrapid-Technologie.

Saudi Arabien

Die Firmen Zuppé und Dorsch Consult vereinbarten mit der zivilen Luftfahrtbehörde Leistungen zum Ausbau des Flughafens Medina im Volumen von zehn Millionen Euro.

Das Unternehmen Detecon vereinbarte Projekte im Telekommunikationsbereich im Volumen von fünf Millionen US-Dollar.

Dornier Consulting schloss Kooperationsverträge in den Bereichen Verkehr, Wasser und Umwelt über drei Millionen Euro.

Kuwait

Die Siemens AG will Transformatoren und Schaltanlagen für das Umspannwerk Dschahra X im Wert von 70 Millionen Euro liefern.

Um die kuwaitische Grenzsicherung geht es bei einem Abkommen der Firma Dermalog Identification Systems. Vereinbart wurde die Einführung eines Visasystems mit biometrischer Erkennung sowie des zugehörigen Passkontrollsystems.

DaimlerChrysler will eine Million Euro investieren, um ein Ausbildungszentrum für zunächst 20 junge Kuwaiter zu errichten.

Katar

Das Unternehmen ABB vereinbarte mit der Regierung des Emirats die Lieferung von Schaltanlagen, Transformatoren und Netzleittechnik zum Ausbau des Stromnetzes.

Jemen

Die Siemens AG will Gasturbinen und Leittechnik für das Kraftwerk Marib I liefern. Der Vertrag umfasst zudem die Gesamtbauleitung. Der Siemens-Anteil an dem Projekt hat einen Wert von 96 Millionen Euro.

Die Bundesregierung schloss mit der jemenitischen Regierung zudem ein neues Investitionsschutzabkommen sowie ein Doppelbesteuerungsabkommen für den Luftfahrtsektor. Ein geplanter Vertrag über die Lieferung von zehn Patrouillenbooten an die jemenitische Küstenwache kam zunächst nicht zustande. (stl)

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